Im Euroraum steigen mit dem Ölpreisschock die Preise. Damit wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank. Sie ist auf der Hut.

Der Ölpreisschock mit dem Iran-Krieg treibt die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,6 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit ist die Teuerung im Währungsraum so stark wie seit Juli 2024 nicht mehr. Im Februar hatte die Inflationsrate nur bei 1,9 Prozent gelegen.

Der Preisauftrieb im März war zudem stärker als bisher gedacht. Eurostat hatte in der ersten Schätzung nur eine Jahresrate von 2,5 Prozent gemeldet. Damit ist das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die am 30. April wieder über die Leitzinsen entscheidet, auf kurze Sicht deutlich überschritten: Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Energiekosten steigen rasant

Angetrieben wurde die Inflation im Euroraum im März durch die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 5,1 Prozent im Jahresvergleich zu. Im Dienstleistungssektor schwächte sich der Preisauftrieb hingegen etwas ab. Die Preise für Lebens- und Genussmittel stiegen um 2,4 Prozent. Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, gab etwas nach. Sie fiel von 2,4 auf 2,3 Prozent.

Zuletzt war an den Finanzmärkten angesichts der Inflationsgefahren die Erwartung gestiegen, dass die EZB im Jahresverlauf die Leitzinsen anhebt. Die Notenbank hat den Leitzins zuletzt unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Präsidentin Christine Lagarde machte deutlich, dass die EZB die Lage genau beobachte und notfalls bereit wäre zu handeln.

Ökonomen fürchten, dass der Ölpreisschock die Wirtschaft in der Breite erfasst und die Inflation auf andere Waren und Dienstleistungen überspringt. Bereits im März kletterte die Inflation in Deutschland auf 2,7 Prozent - der höchste Stand seit Anfang 2024.

dpa

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