Der Bau von Elektroautos hat sich einer Studie zufolge für Autokonzerne weltweit zur milliardenschweren Belastung entwickelt. Der Gewinn der größten 19 Autokonzerne sinkt stark.

E-Mobilität avanciert für zahlreiche Autokonzerne zu einem noch größeren Problemfall, als bislang gedacht. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen summierten sich bei Unternehmen in Europa und in den USA auf fast 60 Milliarden Euro, wie eine Analyse der Wirtschaftsberatung EY ergab. Der Gesamtgewinn von 19 führenden Autokonzernen weltweit schrumpfte 2025 demnach um 59 Prozent.

Die Liste der 19 profitabelsten Autokonzerne der Welt führten im vergangenen Jahr Suzuki und Toyota an. Der Anteil des Gewinns am Umsatz, die Marge, betrug bei ihnen 9,7 beziehungsweise 8,5 Prozent. Es folgten Kia aus Südkorea mit einer Marge von 8,0 Prozent und BMW mit 7,6 Prozent.

E-Autos: Autokonzerne stecken in einer tiefen Krise

Der Umsatz der 19 Unternehmen stieg leicht um 0,6 Prozent. Bei den deutschen Autokonzernen allerdings sank der Umsatz um 4,1 Prozent, wie EY am Sonntag weiter mitteilte. Auch beim Neuwagenabsatz verzeichneten die deutschen Hersteller demnach mit einem Rückgang um zwei Prozent eine schwächere Entwicklung als die Mehrheit der anderen Konzerne.

Die drei chinesischen Hersteller in der Liste – BYD, Geely und Great Wall Motors – konnten dagegen ihren Absatz und Umsatz deutlich ausbauen. Geely war 2025 zudem der einzige Konzern, der seinen Gewinn steigern konnte, wie EY erklärte.

„Die Autoindustrie steckt in einer tiefen, für einige Unternehmen sogar potenziell existenzbedrohenden Krise“, bilanzierte Constantin Gall von EY. „Viele Konzerne hatten ihre Investitionen auf wachsende Absatzmärkte und einen dynamischen Hochlauf der Elektromobilität ausgerichtet. Tatsächlich entwickelt sich die Nachfrage nach E-Autos insbesondere in den USA und Europa deutlich schwächer als prognostiziert.“ Die US-Zollpolitik habe außerdem zu zusätzlichen Milliardenbelastungen geführt. Daher folge nun der Strategieschwenk. Gall betonte, dies bedeute nicht einen Kurswechsel weg von der Elektromobilität, sondern „eine Korrektur völlig überzogener Annahmen“.

Gall erwartet keinen durch hohe Spritpreise verursachten Elektro-Boom

Weitere Belastungen zeichneten sich ab: Angesichts der aktuellen konjunkturellen und geopolitischen Lage rechnet Gall nicht mit einer spürbaren Belebung der Neuwagennachfrage in Europa im laufenden Jahr. „Die instabile politische Weltlage, steigende Energiepreise und eine höhere Inflation sind Gift für die Autokonjunktur“, erklärte er.

Gall erwartet auch keinen durch hohe Spritpreise verursachten Elektro-Boom: „Der eine oder andere Autokäufer wird sich nun doch eher für das Elektroauto entscheiden – einen echten Boom wird es aber nicht geben.“ Vielmehr würden viele Menschen angesichts geringerer verfügbarer Einkommen und düsterer Konjunkturaussichten den Autokauf vertagen und das alte Modell länger fahren.

AFP daho

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke