259 Euro Kindergeld – so viel bekommen Eltern monatsweise in Deutschland pro Kind ausgezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass ein Elternteil den Antrag dafür ausgefüllt hat. Weil das im Stress nach der Geburt schon mal untergehen kann, soll es Eltern bald leichter gemacht werden.
Die SPD-Minister Lars Klingbeil und Bärbel Bas verkündeten im März die Abschaffung des Kindergeld-Antrages als bürokratische Hürde. Die mehr als zehn Millionen Menschen, die in Deutschland Anspruch auf Kindergeld haben, sollen es in Zukunft ganz automatisch bekommen – ab der Geburt des Kindes, und das, ohne selbst tätig werden zu müssen.
Bundesfinanzminister Klingbeil sprach von einer Entlastung für Familien: „Wir wollen, dass Eltern in der aufregenden Zeit nach der Geburt voll und ganz für ihr Baby da sein können, statt sich mit unnötigem Papierkram herumzuschlagen.“ Auch Bas betonte, wie gerade junge Eltern, die oft mit anderen Dingen beschäftigt seien, von der neuen Regelung profitieren. Lange mussten diese ihr Neugeborenes beim Standesamt anmelden und parallel dazu das Kindergeld bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen – entweder schriftlich oder über das Elster-Portal.
In der Vergangenheit gab es schon Bemühungen, diesen Prozess zu vereinfachen. So war es Eltern seit 2024 möglich, vorausgefüllte Anträge für das Kindergeld zu nutzen. Nach der Geburt erhielten sie dazu ein Schreiben von der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. In wenigen Monaten soll es noch einfacher gehen.
Kindergeld ganz ohne Antrag
Der neue Prozess funktioniert so: Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) wird von dem jeweiligen Standesamt über eine Geburt benachrichtigt. Dann bekommt das Baby direkt eine Steuer-ID vom BZSt zugeteilt, die Familienkasse wird darüber informiert. Wenn die IBAN eines Elternteiles vorliegt, kann dann die Auszahlung erfolgen. Dem BZSt ihre IBAN mitteilen, können Bürgerinnen und Bürger schon heute. Etwa über das Portal Elster oder über die App IBAN+. Sobald die Familienkasse über die IBAN verfügt, kann die Auszahlung starten.

Sparplan Sparen für die Kinder? Dabei machen viele Eltern einen großen Fehler
capitalDer neue Ablauf gilt aber nicht sofort: Das Gesetz zum automatischen Kindergeld soll erst ab Januar 2027 in Kraft treten, die Auszahlung erfolgt dann in zwei Stufen:
- Ab März 2027 sollen Eltern, die bereits mindestens ein Kind haben, für jedes weitere Kind die Auszahlung automatisch erhalten. Das Geld bekommt die Person, die es bisher schon bekommen hat.
- Ab November gilt dann das Gleiche auch für Erstgeborene. Die Voraussetzungen dafür sind, dass mindestens ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in Deutschland wohnt, von diesem Elternteil auch die IBAN bekannt ist und mindestens ein Elternteil auch hierzulande berufstätig ist.
Für wen die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, ändert sich erst mal nichts, diese Eltern erhalten weiterhin das Schreiben von der Familienkasse. Sollten Angaben nicht vorhanden sein, können diese im vorausgefüllten Antrag ergänzt werden.
Das Bundesfinanzministerium rechnet mit 300.000 Erstanträgen pro Jahr, die nicht mehr gestellt werden müssen, sobald das Gesetz in Kraft tritt.
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