Der Lufthansa-Konzern befürchtet, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte.

„Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig“, sagte Grazia Vittadini, Vorständin für Technik, IT und Innovation, im Interview mit WELT AM SONNTAG. „Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden“, so die Lufthansa-Managerin weiter.

Weil die Straße von Hormus seit Beginn des Irankriegs nicht mehr sicher zu passieren ist, führen Lieferengpässe schon jetzt zu einem drastischen Anstieg der Kerosinpreise teilweise um mehr als 100 Prozent. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe seien dagegen nur teilweise abgesichert, so Vittadini.

„Für unsere Passagier-Airlines wird der Ölpreisanstieg durch eine Absicherungsquote von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr noch weitgehend abgepuffert. Aber natürlich treffen auch uns die steigenden Kerosinpreise.“

Japanische Airlines hatten in dieser Woche bereits angekündigt, wegen der angespannten Versorgungslage ihre Kerosin-Aufschläge fast zu verdoppeln. Emirates-Flugzeuge mussten Berichten zufolge nach einem Angriff auf ein Treibstoffdepot am Flughafen von Dubai zum Tanken auf andere Flughäfen ausweichen.

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ geschrieben.

Steffen Fründt ist Wirtschaftskorrespondent der WELT-Gruppe und berichtet über Luftfahrtbranche und Tourismus.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke