Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden, doch dem ADAC Mittelrhein zufolge sorgt das nicht für sinkende Preise. „Wir haben gesehen, dass die Neuregelung das aktuelle hohe Preisniveau an den Tankstellen nicht senkt“, erklärt Sprecher Mirco Hillmann.

Die geringere Flexibilität von Mineralölkonzernen führe offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen würden. Zudem könne die steigende Nachfrage mit dem Ferienbeginn und vor dem Osterwochenende die Spritpreise zusätzlich in die Höhe treiben, so Hillmann. „Die Preisentwicklung hängt allerdings von verschiedenen Faktoren wie Rohölpreis, Euro-Dollar-Kurs und wirtschaftlicher Lage ab.“

Hoffnung auf sinkende Preise gebe es immer, aber leider keine zuverlässige Vorhersage. Im bundesweiten Durchschnitt sprang der Dieselpreis am Donnerstag demnach von 2,297 Euro um 11.45 Uhr auf 2,415 Euro um 12.15 Uhr. Im gleichen Zeitrahmen stieg E10 den Daten des ADAC zufolge von 2,10 Euro auf 2,198 Euro.

Benzinpreise auf Rekordhoch

Diese Sprünge ließen sich auch in Rheinland-Pfalz beobachten. An einer Tankstelle im Mainzer Stadtgebiet stieg der Dieselpreis am Donnerstag etwa von 2,46 Euro vor 12 Uhr auf 2,53 Euro nach 12 Uhr. Gleichzeitig stieg der Superpreis von 2,14 Euro auf 2,23 Euro.

Bereits am Mittwoch war der Diesel in Deutschland so teuer wie nie. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Die Zahl ist nicht inflationsbereinigt.

Vertreter der Mineralölindustrie und von Tankstellen in Deutschland sehen die neuen Vorgaben kritisch. „Wir erwarten keine sinkenden oder niedrigen Spritpreise für Verbraucherinnen und Verbraucher. Auf der anderen Seite erwarten wir tatsächlich höhere Bürokratiekosten für Unternehmen“, sagte Thomas Perkmann, Vorsitzender der Westfalen AG im WELT-Nachrichtensender. Der Kraftstoff- und Gashändler betreibt auch ein eigenes Netz von Tankstellen, vor allem in NRW.

Den Vorwurf der Preistreiberei wies Perkmann zurück. „Wir kaufen ja selbst raffinierte Kraftstoffe ein und sind ganz hinten in der Wertschöpfungskette“, sagte er. „Uns auf dieser Seite einen Vorwurf zu machen, wäre so, wie wenn man den Postboten einen Vorwurf macht, weil er eine schlechte Nachricht überbringt.“

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