Verdächtige Kursbewegungen im Umfeld von Donald Trumps jüngster Iran-Entscheidungen geben Anlass zu neuen Spekulationen über Bereicherung oder Insiderhandel im Umfeld des US-Präsidenten. Dieses Mal geht es um einen Post des US-Präsidenten vom Montagfrüh, mit dem er den Ölpreis auf Talfahrt schickte. Trump hatte in der Mitteilung von Montagfrüh US-Zeit ein Ultimatum im Krieg der USA gegen Iran deutlich nach hinten geschoben – und damit zunächst davon Abstand genommen, die iranische Energie-Infrastruktur kurzfristig mit Angriffen zu bedrohen. In der Folge gab der durch Trumps Ultimatum stark gestiegene Ölpreis deutlich nach. Unternehmensaktien stiegen auf breiter Front.
Auf genau diese Entwicklung wetteten einige Anleger. Nur wenige Minuten vor Trumps Post hatten sie an den Finanzmärkten günstig zugekauft. Duch den Aufschwung an den Märkten verbuchten sie beträchtliche Kursgewinne. Laut Untersuchungen des Wirtschaftsinformationsdienstes Bloomberg wurden in den gut 15 Minuten vor Trumps Mitteilung Terminkontrakte (Futures) im Umfang von mindestens sechs Millionen Barrel Rohöl verkauft. Das entspricht einem Buchgewinn von fast 200 Millionen Dollar. In der Woche zuvor war laut Bloomberg im gleichen Zeitraum nur jeweils etwas mehr als ein Zehntel dieses Volumens gehandelt worden.
Andere Recherchen legen nahe, dass ebenfalls vor Tumps Mitteilung in noch größerem Umfang Terminkontrakte auf den Börsenindex S&P500 gekauft wurden. Auch das würde dem Vielfachen des normalen Handelsvolumens entsprechen. Hier könnten die Buchgewinne sogar in die Milliarden gehen. Weil der Umfang der gehandelten Wertpapiere so groß ist, müssen also gewichtige Investoren hinter den auffälligen Transaktionen stecken. Infolge der Entspannung am Ölmarkt war auch der S&P 500 deutlich gestiegen.
Wer steckt hinter den auffälligen Transaktionen?
Unklar ist, wer die Profiteure der verdächtigen Handelsaktivitäten sind. Und ebenso, ob sie nur von ihrem guten Riecher geleitet waren – oder ob sie womöglich über einschlägige Informationen verfügten.
„Das letzte, was Marktteilnehmer jetzt sehen wollen, sind Hinweise darauf, dass große und hochprofitable Handels-Operationen ausgerechnet kurz vor den extremen Kehrtwenden im Markt stattgefunden haben“, sagte Robert Rennie gegenüber Bloomberg, der das Research für Öl und Bodenschätze bei Westpac Banking leitet.
Es ist nicht das erste Mal, dass große und lukrative Handelsaktivitäten im Vorfeld von Entscheidungen Trumps aufgefallen sind. Ähnliches hatte es auch im Umfeld von Trumps Eingreifen in Venezuela gegeben. Dort war in einer von Trump befohlenen US-Militäroperation Anfang des Jahres Machthaber Nicolas Maduro entführt worden.
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