Wer diesen Montag ein Rezept in seiner Apotheke einlösen will, der wird womöglich vor verschlossenen Türen stehen. Denn die Apothekerverbände haben alle Apotheken im Land dazu aufgerufen, ihre Apotheke an diesem Tag geschlossen zu halten. Die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten soll lediglich über einen Notdienst laufen. Die nächstgelegene Notdienstapotheke lässt sich über das Onlineportal der Apotheken finden.
Warum sind die Apotheken geschlossen?
Die Apothekerverbände haben für den 23. März einen bundesweiten Protesttag ausgerufen. Offiziell ist die Aktion kein Streik, das wäre eine Sache der Beschäftigten und Gewerkschaften. Vielmehr sind die Apothekeninhaber aufgerufen, ihre Apotheke geschlossen zu halten. Ob er sich an dem Protest beteiligt, muss jeder Apotheker für sich selbst entscheiden. Zentrale Protestveranstaltungen sind in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover geplant.
Was fordern die Apotheker?
Die Apothekerschaft kämpft für höhere Honorare beim Arzneimittelverkauf. Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente können die Apotheken nicht selbst bestimmen, sie sind gesetzlich festgelegt. „Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden“, sagt Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda). „Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert.“
Die Apotheker fordern, dass der Fixbetrag, den sie von jeder verkauften verschreibungspflichtigen Verpackung behalten dürfen, von 8,35 Euro auf 9,50 Euro erhöht wird. So ist es auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehen, umgesetzt ist die Erhöhung aber bisher nicht. „Die Politik muss jetzt zu ihrer Zusage stehen“, fordert Abda-Präsident Preis. Andernfalls werde die Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen.
Die Apothekenlandschaft befindet sich seit Jahren im Umbruch, insbesondere durch den Vormarsch der Versandapotheken. Ende 2025 gab es laut Abda bundesweit 16.601 Apotheken, 440 weniger als ein Jahr zuvor. Seit 2013 hat beinahe jede fünfte Apotheke dichtgemacht. Aktuell wehren sich die Apotheker zudem gegen gesetzliche Pläne, dass nicht mehr zu jeder Zeit ein Apotheker im Laden anwesend sein muss, sondern dieser von anderem Personal vertreten werden kann.
Was verdienen Apothekerinnen und Apotheker?
Eine Erhöhung der Vergütung würde den Ertrag der Apotheken steigern und damit zunächst mal den Apothekeninhabern zugutekommen. Im Schnitt machen Apotheken laut Apothekenwirtschaftsbericht 2025 rund 3,7 Millionen Euro netto Umsatz im Jahr, davon 85 Prozent mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. 80 Prozent der Einnahmen gehen für den Wareneinsatz drauf, weitere zehn Prozent für Personal und sechs Prozent für weitere Kosten.
Übrig bleibt laut der Auswertung im Schnitt ein Jahres-Betriebsergebnis von rund 160.000 Euro vor Steuern und Altersvorsorge. Allerdings: Jede vierte Apotheke kommt auf weniger als die Hälfte dieser Summe, sieben Prozent schrieben zuletzt sogar Verlust. Die Gewinnmarge für die Inhaberinnen und Inhaber befindet sich laut Abda auf einem historisch niedrigen Stand.
Angestellte Apothekerinnen und Apotheker verdienen laut Tarifvertrag zwischen 4166 Euro (1. Berufsjahr) und 4922 Euro (ab 11. Berufsjahr) brutto im Monat. Dazu kommen Zuschläge für Notdienste in der Nacht und am Wochenende. Tatsächlich werden viele Apotheker aber über Tarif bezahlt – laut einer Umfrage der „Deutschen Apotheker Zeitung“ trifft das auf mehr als 80 Prozent der Beschäftigten zu.
Die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit weist für Apotheker und Pharmazeuten ein mittleres Vollzeitgehalt von 5259 Euro aus. Jeder Vierte bekommt demnach mehr als 6168 Euro. Und: Wer eine Apotheke leitet, kann oft mit mehr als 7500 Euro rechnen.
Neben den studierten Apothekern arbeiten noch weitere ausgebildete Fachkräfte in den Apotheken, die allerdings weniger verdienen. Pharmazeutisch-technische Assistenten erhalten je nach Berufsjahr ein Tarifgehalt von 2646 bis 3267 Euro brutto im Monat. Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte verdienen laut Tarif zwischen 2375 und 2768 Euro Monatsbrutto.
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