Der schwankende Ölpreis schraubt die Preise beim Tanken in lang vergessene Höhen. Wer jetzt nach Vater Staat schreit, sollte unbedingt unerhört bleiben.

Manchmal bekommt man den Eindruck, für Autofahrer gäbe es nichts Schlimmeres, als dass der Spritpreis über zwei Euro pro Liter springt.

Zuletzt ist dieser Horror wieder wahr geworden. Der Liter Diesel kostet seit dieser Woche weit über zwei Euro, auch E10 hat die Marke an vielen Tankstellen gerissen.

Der Grund sind die Angriffe auf den Iran durch die USA und Israel – und die Gegenangriffe des Regimes in Teheran auf die Golfstaaten. Die Kalkulation der Ayatollahs: Die ölreichen Länder sollen die USA durch den Druck der Angriffe zum Aufgeben zwingen. Bisher ist das nicht passiert.

Für internationale Mineralölkonzerne ein Glücksfall. Sie nutzen die Lage aus und erhöhen die Preise an der Zapfsäule.

Eingriffe beim Tanken wären falsch

Das erzeugt Ärger in der Bevölkerung. Viele wollen, dass der deutsche Staat eingreift. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von stern und RTL befürworten 77 Prozent der Bundesbürger ein Eingreifen der Bundesregierung, falls Öl- und Gaspreise in den kommenden Wochen hoch bleiben oder weiter steigen.

Ein sogenannter Tankrabatt – also eine Steuersenkung bei Kraftstoffen – wäre wohl das populärste Mittel. Genauso plump wäre ein solcher Rabatt: Er kostet den Staat sehr viel Geld und hilft auch Menschen mit höherem Einkommen, die gar keine Entlastung brauchen.

Außerdem zeigen Erfahrungen aus 2022, als es von Juni bis August einen Tankrabatt wegen des Ukrainekriegs gab: Ein Teil solcher Rabatte versickert bei Mineralölkonzernen, kommt also nicht vollständig bei den Kunden an.

Zu Beginn der Maßnahme fielen die Preise zwar deutlich, stiegen jedoch gegen Ende des dreimonatigen Zeitraums wieder an, weshalb die Wirkung höchstumstritten war.

Auch Bundeskartellamt machtlos

Wer jetzt nach der Hilfe des Bundeskartellamts ruft, liegt ebenso falsch. Auch der mächtigen Behörde scheinen die Hände gebunden. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte: „Ich möchte aber auch deutlich machen, dass es kein Instrumentarium gibt, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen quasi auf Knopfdruck zu verhindern.“

Zwar laufe gerade eine Untersuchung bei den Raffinerien und Großhändlern, so Mundt. Für die aktuellen Verwerfungen, insbesondere steigende Weltmarktpreise, schaffe auch das allerdings keine kurzfristige Abhilfe.

Was tun? Aushalten. Den Bus nehmen. Aufs Rad steigen. Der Spritpreis wird irgendwann wieder fallen – auch ohne Tankrabatt.

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