Mehr als drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit ist die Einkommenslücke zwischen Ost und West 2025 wieder etwas gewachsen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts lag das mittlere Haushaltseinkommen im Westen netto bei 39.598 Euro im Jahr, im Osten bei 33.764 Euro. Die Differenz war 5.834 Euro und damit 540 Euro höher als 2024 (5.294 Euro). Die Zahlen hat das Bündnis Sahra Wagenknecht beim Bundesamt abgefragt.
Betrachtet man die Zeit seit 2022, ist der Trend insgesamt aber leicht positiv: Prozentual ging die Lücke von 16,2 auf 14,7 Prozent 2025 zurück. Das Jahr 2024 war mit 13,9 Prozent ein Ausreißer. Verglichen wurden hier die Nettoeinkommen der Haushalte im Median. Eine Rolle spielen könnten also auch Zins-, Miet- oder sonstige Einkünfte, die im Osten seltener sind.
Wagenknecht kritisiert „inakzeptablen Rückstand“ von Ost auf West
Parteigründerin Sahra Wagenknecht kritisierte die Einkommenslücke und erklärte sie mit der im Osten stärker steigenden Arbeitslosigkeit. „Wenn ostdeutsche Haushalte im Mittel fast 6.000 Euro im Jahr weniger zur Verfügung haben, dann ist das 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ein inakzeptabler Rückstand“, meinte Wagenknecht.
Experten weisen darauf hin, dass auch Mieten und Lebenshaltungskosten in einigen ostdeutschen Regionen geringer sind als in westdeutschen. Aus den Daten des Bundesamts geht zudem hervor, dass das Bild in Ost und West immer vielfältiger wird: So lag das verfügbare mittlere Nettoeinkommen der Haushalte in Thüringen mit 34.440 Euro im vergangenen Jahr höher als in Bremen mit 32.729 Euro.
DPA yksHaftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke