Die deutschen Renten steigen – und das noch stärker als erwartet. Ab dem 1. Juli 2026 bekommen Ruheständler 4,24 Prozent mehr aufs Konto. Im letzten Entwurf für den Rentenbericht im Herbst war man noch von 3,74 Prozent ausgegangen.
Mit dieser Erhöhung liegt die Rentenanpassung zum vierten Mal in Folge über 4 Prozent. „Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt“, teilte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas bei Bekanntgabe der Rentenerhöhung mit. Die Erhöhung muss nun noch vom Bundeskabinett und dem Bundesrat angenommen werden, damit sie zum 1. Juli in Kraft treten kann.
Für die Berechnung der Rente ist die Lohnentwicklung entscheidend. Das heißt: Wenn die Löhne der Beschäftigten steigen, steigen im Folgejahr auch die Renten. Aber auch die Veränderung der Sozialabgaben der Beschäftigten und Rentenbezieher fließt in die Berechnung ein.
Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stelle die Bundesregierung sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben, begründete Bas diese Kopplung. Immer wieder gibt es Diskussionen, ob die Inflation eine bessere Grundlage für die Rentenerhöhungen wäre. Die Inflationsrate lag 2025 im Schnitt bei 2,2 Prozent – also deutlich niedriger als die Lohnentwicklung.
In einem umstrittenen Rentenpaket hat die Bundesregierung beschlossen, dass das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent bis zum 1. Juli 2031 garantiert bleibt. Das bedeutet: Jedes Jahr zum 1. Juli wird der Rentenwert so angepasst, dass Rentnerinnen und Rentner, die 45 Jahre lang zum Durchschnittsentgelt gearbeitet haben, mindestens 48 Prozent des durchschnittlichen Einkommens eines Beschäftigten als Rente bekommen.
So berechnen Sie Ihre eigene Rentenerhöhung
Die anstehende Rentenerhöhung zeigt sich in einem neuen Rentenwert. Dieser Wert gibt an, wie viel man für einen Entgeltpunkt (umgangssprachlich Rentenpunkt) bekommt. Ein Rentenpunkt war bisher 40,79 Euro wert, nach der Erhöhung im Juli ist er 42,52 Euro wert.
Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet diese Rentenanpassung laut Ministerium einen Anstieg um 77,85 Euro im Monat.
Diese Tabelle zeigt beispielhafte Rentenerhöhungen:
| Bisherige Brutto-Rente | Erhöhung | Brutto-Rente ab Juli 2026 |
| 500 Euro | 21,20 Euro | 521,20 Euro |
| 750 Euro | 31,80 Euro | 781,80 Euro |
| 1000 Euro | 42,40 Euro | 1042,40 Euro |
| 1250 Euro | 53 Euro | 1303 Euro |
| 1500 Euro | 63,60 Euro | 1563,60 Euro |
| 2000 Euro | 84,80 Euro | 2084,80 Euro |
| 2250 Euro | 95,40 Euro | 2345,40 Euro |
| 2500 Euro | 106,00 Euro | 2606,00 Euro |
| 2750 Euro | 116,60 Euro | 2866,60 Euro |
| 3000 Euro | 127,20 Euro | 3127,20 Euro |
Wie in der obigen Tabelle ersichtlich, steigen die Renten durch die Erhöhung merklich. Für die eigene individuelle Rentenhöhe rechnet man: bisherige Brutto-Rente x 1,0424 = Brutto-Rente ab Juli 2026.
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