Er war der Stolz der islamischen Revolutionsgarden bei ihren Marinestreitkräften: Die „Shahid Bahman Bagheri“ war der erste reine Kampfdrohnenträger der Welt. Er konnte Hubschrauber, kleinere Schiffe, Raketen und Drohnen mitführen. Jetzt haben die US-Streitkräfte das umgebaute Containerschiff nach eigenen Angaben im Persischen Golf versenkt. Mit einer Wasserverdrängung von rund 42.000 Tonnen ist es das größte seit dem Zweiten Weltkrieg versenkte Kriegsschiff.
Zum Vergleich: Das größte deutsche Schlachtschiff des Zweiten Weltkriegs, die 1941 gesunkene „Bismarck“, hatte eine maximale Wasserverdrängung von über 50.000 Tonnen. Der bisherige Rekordhalter „Moskwa“ – das von der Ukraine 2022 versenkte Flaggschiff der Schwarzmeerflotte –hatte eine Wasserverdrängung von 11.500 Tonnen.
Der Untergang erfolgte bereits kurz nach dem Beginn der Operation „Epischer Zorn“ mit US- und israelischen Luftangriffen auf Ziele im Iran. Das US-Kriegsministerium gab bekannt, dass die gesamte iranische Marine innerhalb weniger Tage vernichtet wurde.
Die US-Streitkräfte reagierten mit der Meldung über die Versenkung des 240 Meter langen Kriegsschiffs auf offensichtlich gefälschte Berichte, wonach der Iran den US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln angegriffen haben soll. Auf der Plattform X kursieren kurze Videos, in denen behauptet wird, dass der Iran das erste Land in der Geschichte sein wird, das einen Flugzeugträger versenkt. Das sei eine falsche Behauptung in der Desinformationskampagne des iranischen Regimes, heißt es in einer Stellungnahme des für die Region zuständigen US-Streitkräftekommandos. Die Wahrheit sei, dass der iranische Drohnenträger getroffen wurde.
Das Kriegsschiff ist nach dem „Märtyrer“ („Shahid“) Bahman Bagheri benannt, einem Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarden, der 1997 im Irak fiel. Es handelt sich um einen umgebauten Frachter: die ehemalige „Perarin“, ein 240 Meter langes und 32 Meter breites Containerschiff mit einer mageren Höchstgeschwindigkeit von 20 bis 22 Knoten, also rund 40 km/h. Gebaut wurde das Schiff im Jahr 2000 von Hyundai Heavy Industries in Südkorea. Der Umbau des Containerschiffs erfolgte in den Jahren 2022 bis 2024.
Im Februar 2025 wurde das Schiff in Gegenwart des Kommandeurs der Revolutionsgarden öffentlich präsentiert. Es sei das größte Marine-Projekt in der Geschichte der Islamischen Republik, hieß es. Es könnten von dort auch Langstreckenraketen abgefeuert werden. Laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna konnte das Schiff bis zu 60 Drohnen transportieren. Die schräge Start- und Landebahn hatte eine Länge von 170 Metern. Am Bug installierte man eine Sprungschanze wie beim russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“.
Allerdings gab es im Westen von Beginn an erhebliche Zweifel an der Kampfkraft der „Shahid Bahman Bagheri“, weil es sich um ein umgebautes Containerschiff ohne Panzerung handelte. Mit dem Umbau sparte der Iran die Kosten für die Neuentwicklung eines Drohnenträgers.
Zudem war es kein vollwertiger Flugzeugträger für Starts und Landungen von Kampfjets. Der Drohnenträger konnte nicht mit der Offensivkraft eines Flugzeugträgers punkten.
Der Iran hatte auch nicht genügend Begleitschiffe zum Schutz der relativ langsamen „Shahid Bahman Bagheri“. Mit einem gut geplanten Angriff mit Raketen oder durch U-Boote könnten die USA das Kriegsschiff in kürzester Zeit versenken, hieß es bereits vor dem jetzt gemeldeten Untergang.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Gerhard Hegmann ist freier Wirtschaftsredakteur und berichtet seit Jahrzehnten insbesondere über die Rüstungs- und Raumfahrtindustrie.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke