Mehr Reinigungskräfte in den Zügen, schnellere Reparaturen von Toiletten: Die Bahn will Reisen im Fernverkehr komfortabler machen. An der Pünktlichkeit ändert das aber nichts.

Wenn die Züge der Deutschen Bahn schon nicht pünktlich kommen, sollen sich Fahrgäste nicht auch noch über defekte Toiletten ärgern müssen. Der bundeseigene Konzern hat ein Sofortprogramm für mehr Komfort im Fernverkehr aufgelegt. „Die Fahrgäste werden feststellen: Es tut sich was in den Fernverkehrszügen, und zwar rasch“, teilte Fernverkehrs-Vorstand Michael Peterson mit. 

Das Unternehmen werde in diesem Jahr 20 Millionen Euro zusätzlich für ein verlässlicheres Angebot in den Bord-Restaurants und eine höhere Verfügbarkeit von Anlagen wie Toiletten oder Kaffeemaschinen ausgeben, kündigte er an. 

Doppelt so viele Reinigungskräfte in den Zügen

Im Rahmen des Programms will die Bahn das Reinigungspersonal in viel genutzten Zügen während der Fahrt in den kommenden Wochen und Monaten verdoppeln, von derzeit 110 auf dann 220 Beschäftigte. Außerdem sollen mobile Teams eingesetzt werden, die sich um Sonderreinigungen und Reparaturen etwa an den Toiletten kümmern sollen. 

Sie stehen an den Knotenbahnhöfen Frankfurt, München, Hamburg und Berlin bereit, um kurzfristig Schäden an den WCs zu beheben. Daneben sind sie auch für die technischen Anlagen in den Bordbistros zuständig, damit es durchgehend hochwertigen heißen Kaffee gibt. Generell soll sich die Verfügbarkeit des Angebots an Speisen und Getränken erhöhen. 

Das Programm „Mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs“ ist eines von drei sogenannten Sofortprogrammen, mit denen die Bahn kurzfristig für ein besseres Fahrerlebnis für die Fahrgäste sorgen will. Sie sind Teil der neuen Bahnstrategie des Bundes, die Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) im September vorgestellt hatte. „Wir verbessern, was verbessert werden muss. Nicht irgendwann, sondern jetzt“, teilte der Minister mit.

Drei Sofortprogramme sollen für Besserung bei der Bahn sorgen

Das erste der drei Sofortprogramme hatte die Bahn Ende Januar präsentiert. Dabei ging es um die Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. Konkret will der Konzern an vielen Stationen mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Für die Sauberkeit soll zudem mehr Reinigungspersonal zur Verfügung stehen. Zudem sollen doppelt so viele Bahnhöfe wie im Vorjahr einen sogenannten Frühjahrsputz erhalten – rund 1.400 statt zuletzt 700 Stationen.

Das dritte Maßnahmenpaket wird die mangelhaften Kundeninformationen insbesondere bei Verspätungen und Gleiswechseln betreffen. Wann es verkündet wird, ist noch offen.

An der schlechten Pünktlichkeit ändern die kurzfristigen Maßnahmen indes nichts. Bahnchefin Evelyn Palla weist stets darauf hin, dass die Sanierung der maroden Infrastruktur, die für einen Großteil der Verzögerungen verantwortlich sei, noch Jahre dauern werde.

dpa

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