Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, sieht Handlungsbedarf bei der Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze in Deutschland. „Wir sehen seit Längerem, dass nicht nur einfache, sondern auch immer mehr hoch qualifizierte Tätigkeiten ins Ausland verlagert werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete WELT AM SONNTAG. Er sehe die Notwendigkeit zu einer Debatte über „Buy European“-Vorgaben im Rahmen der öffentlichen Beschaffung und für kritische sowie sicherheitsrelevante Bereiche.
„Es stärkt unsere Resilienz nicht, wenn wir hier zwar Produktionskapazitäten für diese Bereiche erhalten, aber beispielsweise bei Forschung und Entwicklung neue Abhängigkeiten entstehen“, sagte Roloff.
Auch die Gewerkschaft IG Metall erklärte WELT AM SONNTAG, dass sie „mit Sorge“ beobachte, „dass zunehmend nicht nur Arbeitsplätze in der Produktion, sondern auch in Bereichen wie Forschung und Entwicklung oder Administration in andere Länder verlagert werden.“
Die insgesamt aktuell unsichere wirtschaftliche Situation in der Industrie trage dazu bei, „dass diese Tendenzen sich verstärken“ würden. So erkenne die IG Metall den Trend zur Auslagerung in osteuropäische Regionen, teils aber auch Länder wie Marokko, China und Indien.
Allein seit Anfang Februar haben mehrere Konzerne Pläne zur Verlagerung von administrativen Tätigkeiten insbesondere nach Indien bekannt gegeben, darunter der Chemiekonzern BASF, der Versicherer Ergo und der Zulieferkonzern Knorr-Bremse. Auch der Autobauer Mercedes plant, Aufgaben aus der Zentrale werden an Dienstleister in Niedriglohnländer auszulagern. Mehrere Autozulieferer wollen zudem Arbeitsplätze bei Forschung und Entwicklung kürzen.
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