Für Rheinmetall und MBDA Deutschland – zwei große Rüstungsfirmen – lief es schon einmal besser. Vor wenigen Tagen stoppte der Haushaltsausschuss des Bundestags die geplante Auftragsvergabe für den Bau eines auf Schiffen installierten 65-Kilowatt-Lasers, der etwa Drohnen abwehren soll. „Noch einmal 462 Millionen Euro wollten beide Firmen für den Bau eines Demonstrationsgeräts“, sagte ein damit befasster Parlamentarier. Das Problem aus Sicht der Haushälter: Es sei bereits ein dreistelliger Millionenbetrag in das Projekt geflossen, ohne dass der Laser einsatzfähig sei, heißt es. „Wir wollen uns daher jetzt das Produkt der australischen Firma EOS ansehen, das die niederländische Marine eingekauft hat.“

Die Australier locken: Sie bieten einen Laser mit 100 Kilowatt für 190 Millionen Euro, die Verlagerung der Lieferkette nach Deutschland, sogar den Umzug der Firma, wie CEO Andreas Schwer kürzlich WELT sagte. Bislang aber soll sich die Bundesregierung nicht für dieses Angebot interessiert haben. Mitglieder des Haushaltsausschusses wollen sich nun das Gerät vorführen lassen.

Der Fall des Lasers zeigt ein grundlegendes Problem im deutschen Beschaffungswesen: Noch vor wenigen Jahren war in der Rüstungsindustrie Geld knapp, Zeit dafür vorhanden. Der Bund geizte, weil die Zeiten friedlich waren. Die Hersteller hatten Mühe, ihre Auftragsbücher voll zu bekommen. Seit Russlands Überfall auf die Ukraine haben sich die Dinge umgekehrt: Geld gibt es im Überfluss, Zeit ist knapp. Die Bundesregierung aber bestellt vorwiegend weiter bei den altbekannten Geschäftspartnern, selbst wenn die nicht auf jedem Gebiet die zwangsläufig besten Lieferanten sein müssen.

Jan Dams ist Chefreporter von WELT AM SONNTAG.

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