Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Montag bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen, wie Verdi am Freitag in Berlin mitteilte. Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der öffentliche Nahverkehr „zum Erliegen kommt“.
In den seit November laufenden Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Verdi zufolge verweigerten die Arbeitgeber in den bisherigen Verhandlungen bislang fast jede Verbesserung.
Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben 150 städtische Verkehrsunternehmen und Busbetriebe der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. „Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. „Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.“
Erstmals hat Verdi in der laufenden Tarifauseinandersetzung auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zu Warnstreiks aufgerufen. Am Montag soll der Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr ganztägig bestreikt werden, teilte die Gewerkschaft mit. Lediglich die Berliner S-Bahn ist nicht betroffen. Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben.
Die BVG reagierte mit Unverständnis auf den Warnstreik und kritisierte eine „unverhältnismäßige Eskalation“. „Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb, gefährdet die stundenlange Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin erneut“, teilte das Unternehmen mit.
Zwei Gesprächsrunden zwischen den beiden Tarifparteien sind bisher ohne Ergebnis geblieben. Verdi verhandelt derzeit parallel in allen 16 Bundesländern mit den Verkehrsunternehmen. Während sich die Tarifrunde im vergangenen Jahr um mehr Geld drehte, geht es dieses Mal in den meisten Ländern um den sogenannten Manteltarifvertrag, so auch in Berlin. Dieser regelt vor allem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Im Südwesten sind von dem Arbeitskampf die Städte Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz betroffen, wie der Verdi-Landesbezirk mitteilte. In Bayern werden unter anderem München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt bestreikt.
Zu den kommunalen Verkehrsbetrieben, um die es in den Verhandlungen geht, gehören auch nahezu alle großen Städte in Nordrhein-Westfalen von Köln, Düsseldorf und Duisburg über Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund bis nach Bielefeld. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind eine der wenigen Ausnahmen in NRW, auf die sich die Tarifverhandlungen nicht beziehen.
In Schleswig-Holstein hat Verdi die Busfahrer in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg zum Streik aufgerufen. In Sachsen-Anhalt sind laut Gewerkschaft Busse und Bahnen in Halle, Magdeburg und dem Burgenlandkreis betroffen.
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