Der chinesische Sportartikel-Konzern Anta Sports wird für 1,51 Milliarden Euro größter Aktionär ⁠beim deutschen Hersteller Puma. Anta übernehme einen Anteil von 29,06 Prozent von der ‍Investmentgesellschaft Artémis der französischen Familie Pinault, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der gebotene Preis von 35 Euro je Aktie entspreche einem Aufschlag von 62 Prozent auf den Puma-Schlusskurs vom Montag.

Der Kauf könnte den Weg für eine vollständige Übernahme von Puma ebnen. Die Agentur Bloomberg berichtete im November, dass Anta zu den Unternehmen gehörte, die eine mögliche Puma-Übernahme prüften. Einst die Nummer drei hinter Adidas und Nike, geht es mit Puma seit Jahren bergab. Der Aktienwert ist von mehr als 100 Euro auf zeitweise weniger als 20 Euro abgestürzt. Puma schloss am Montag bei 21,63 Euro.

Anfang Juli übernahm Arthur Höld den Vorstandsvorsitz und verordnete dem zweitgrößten deutschen Sportartikelhersteller einen Schrumpfkurs. 500 Stellen wurden bereits gestrichen, im kommenden Jahr sollen 900 weitere folgen. Künftig will sich Puma vor allem auf die Kernbereiche Fußball, Training und Running sowie auf Sportmode konzentrieren.

Anta kündigte an, nach Abschluss der ⁠Transaktion Sitze im Puma-Aufsichtsrat anzustreben. ⁠Man sei überzeugt, dass Puma mit dem chinesischen Unternehmen als größtem Investor seine internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Markenbekanntheit ausbauen könne. „Die globale Präsenz und die fokussierte Positionierung in Sportkategorien ergänzen das bestehende Multi-Marken- und Spezialgeschäft der Gruppe in hohem Maße“, hieß es in einer Mitteilung.

Anta hat seine globale Präsenz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Chinas größter Sportbekleidungshersteller besitzt bereits internationale Marken, darunter auch den deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin, den Anta im vergangenen Jahr für 290 Millionen Dollar dem bisherigen Eigentümer, einem US-Golfausrüster, abkaufte.

Im Jahr 2019 zahlte ein von Anta geführtes Konsortium 5,2 Milliarden Dollar für Amer Sports – Eigentümer von Premium-Marken wie Salomon und Arc'teryx – mit dem Ziel, hochwertige Sportausrüstung für Chinas zunehmend wohlhabende Mittelschicht anzubieten. Amer ging 2024 in New York an die Börse, wobei Anta laut Daten von Bloomberg weiterhin der größte Investor blieb.

Die Verkäuferin Artémis, ‍die vom Chef des Luxusgüterkonzerns ⁠Kering, ‌François-Henri Pinault, geführt wird, ‌hatte den Anteil ‌zuvor als nicht strategisch bezeichnet. Das Geschäft muss noch von den Wettbewerbsbehörden und den Anta-Aktionären genehmigt werden.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke