Schokoladentafeln haben 100 Gramm und fertig – das war früher mal so. Mittlerweile setzen manche Hersteller auch auf krumme Packungsgrößen, die nur noch aussehen wie 100 Gramm. Ein solcher Fall hat Milka-Hersteller Mondelez nun die Auszeichnung zur "Mogelpackung des Jahres 2025" eingebracht. Bei einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg erhielt die Milka Alpenmilch-Schokolade die meisten Stimmen.
Die Alpenmilch-Schokolade von Milka hat seit Anfang 2025 nur noch 90 statt 100 Gramm. Die Tafel sieht aber auf den ersten Blick unverändert aus, weil sie lediglich dünner ist – aus Sicht der Verbraucherschützer ein klarer Fall von Kundentäuschung. Zumal der Preis nicht etwa mit der Füllmenge sank, sondern sogar stieg: laut Verbraucherzentrale von 1,49 Euro auf 1,99 Euro, was unterm Strich einer Preiserhöhung um 48 Prozent entspreche.
"Mogelpackung des Jahres" – das sind die fünf Kandidaten

Milka erhält zwei Drittel aller Mogelpackung-Stimmen
Auch viele Verbraucher sehen in der unmerklich geschrumpften Milka-Tafel ein Ärgernis. Bei der Wahl zur Mogelpackung des Jahres entfielen zwei Drittel (66,7 Prozent) der 34.731 abgegebenen Stimmen auf die Alpenmilch-Schokolade. Nominiert waren insgesamt fünf Produkte. Die zweitmeisten Stimmen erhielt eine Kuchen-Backmischung von Dr. Oetker (22,1 Prozent). Nur wenige Stimmen entfielen auf ein Hafer-Müsli von Kölln (5,9 Prozent), Kaffeesticks von Jacobs (4,9 Prozent) und ein Knorr-Fertiggericht (0,4 Prozent).
Milka-Hersteller Mondelez hat vergangenes Jahr die Größen vieler Sorten von 100 auf 90 Gramm umgestellt, während gleichzeitig der Verkaufspreis im Laden stieg. Als Begründung nannte der Konzern in einer Stellungnahme stark gestiegene Herstellungskosten, insbesondere die hohen Kakaopreise. Zudem, so argumentiert Mondelez, stehe das neue Gewicht "deutlich" auf der Verpackung.
Diese Transparenz sehen viele Kunden offensichtlich nicht. "Die subtile Reduzierung der Füllmenge bei Milka empfinden viele als dreiste Mogelpackung", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann."
Mit der Wahl zur Mogelpackung ist der Milka-Fall für die Verbraucherschützer aber noch nicht erledigt. Die Verbraucherzentrale hat zudem Klage gegen Mondelez eingereicht, um zu erreichen, dass solche Füllmengenreduzierungen deutlicher gekennzeichnet werden. Im April treffen sich die beiden Parteien vor dem Landgericht Bremen.
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