Im Vergleich zu anderen Konzernen ist der Chefposten bei der Deutschen Bahn nicht gut bezahlt, die Aufgabe ist dafür umso schwieriger. Dennoch ist das Interesse an der Stelle groß - auch unter international renommierten Managern
Die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Bahn-Chef Richard Lutz stößt einem Medienbericht zufolge auf großes Interesse bei Top-Managern. Trotz der als schwierig geltenden Aufgabe und eines im Vergleich zu Dax-Konzernen geringeren Gehalts seien auch renommierte Manager an dem Posten interessiert, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Beraterkreise. Der Posten gelte als prestigeträchtig. Eine beauftragte Personalberatung habe eine engere Auswahlliste mit aussichtsreichen Kandidaten erstellt, auf der sich auch mehrere Frauen befinden sollen.
Dem Bericht zufolge wurden in den vergangenen Wochen mehrere Kandidaten von den Beratern kontaktiert, während andere sich selbst beworben hätten. So soll es Kontakt zu Martin Seidenberg gegeben haben, dem Chef der britischen Royal-Mail-Mutter IDS. Im Gespräch sei zudem der frühere DHL-Vorstand Tim Scharwath. Als Wunschkandidat bei einigen im Konzern gelte weiter Michael Peter, der die Bahnsparte von Siemens leitet. Zwar werden der intern favorisierten Managerin Evelyn Palla die höchsten Chancen zugeschrieben, sie soll jedoch auf eine Bewerbung verzichtet haben.
Der nächste Chef der Deutschen Bahn steht nach Ansicht des Bundesverkehrsministeriums vor einer Herkulesaufgabe. Er oder sie müsse dafür sorgen, dass die Züge pünktlich an ihr Ziel kämen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums Mitte August. Zudem seien ausgewiesene Managementqualitäten gefragt, aber auch das Verständnis, wie Politik funktioniere. Der Aufsichtsrat der Bahn hat einen Auswahlprozess gestartet und soll geeignete Kandidaten für die Nachfolge von Lutz finden. Am 22. September will Verkehrsminister Patrick Schnieder seine Strategie für eine Bahn-Reform vorstellen.
Die Bundesregierung hatte kürzlich die Notbremse gezogen und angekündigt, den Vertrag von Lutz vorzeitig aufzulösen. Die Lage bei der Bahn wurde als dramatisch bezeichnet, unter anderem mit Verweis auf Verluste des Konzerns und viele unpünktliche Züge vor allem im Fernverkehr. Lutz soll noch im Amt bleiben, bis seine Nachfolge geregelt ist. Er ist seit März 2017 Vorstandschef und war zuvor bereits sieben Jahre Finanzvorstand der Bahn.
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