Sie sind das wertvollste Gut im Fernsehen. Sportrechte haben in den vergangenen Jahren noch einmal an Bedeutung gewonnen. Denn die Ereignisse bringen noch verlässlich und regelmäßig die Menschen vor den Fernseher oder auf die Streaming-Portale. Daher wird der Wettbewerb um die Rechte härter, vor allem seitdem die amerikanischen Digitalkonzerne wie Amazon, Apple, Paramount und Netflix eingestiegen sind. In den nächsten Monaten ist eine Reihe von hochkarätigen Sportrechten auf dem Markt.
Für Deutschland am wichtigsten sind die Länderspiele der Fußball-Nationalmannschaft. Zuletzt lagen die Einschaltquoten sogar bei fast allen Nations-League-Partien bei über zehn Millionen. Bis Mitte 2028 teilen sich noch RTL, ARD und ZDF diese Spiele. Voraussichtlich im ersten Quartal 2027 schreibt die Uefa über die Rechteagentur Relevent die Spiele aus. Es geht dann um den Zeitraum ab 2028/29. Im Paket sind höchstwahrscheinlich die Qualifikation für die WM 2030 und die EM 2032 sowie die Nations League. Weltweit nahm die Uefa von 2022 bis 2028 rund drei Milliarden Euro ein, hofft auf eine Steigerung.
Die Männer-EM 2032 sowie die Frauen-EM 2029, die in Deutschland stattfindet, sind ebenfalls noch nicht vergeben und werden auch 2027 von Relevent ausgeschrieben. Die bisherigen Sender sind die Hauptanwärter auf den Teil der Spiele, die im Free-TV laufen müssen. MagentaTV wird sicherlich versuchen, wieder zum Zug zu kommen.
Männer-WM 2030 komplett bei MagentaTV
ProSiebenSat.1 ist bei den Partien der A-Nationalteams eher ein Außenseiter. Die Sendergruppe hält aber noch bis 2027 die Rechte an den U21-Länderspielen sowie der EM. Man hat Interesse, dieses Paket zu behalten.
Bei den Frauen-Länderspielen verlängerten ARD und ZDF bereits den Vertrag mit dem DFB bis 2031. Noch auf dem Markt sind allerdings die Free-TV-Rechte an 30 Partien der Frauen-WM 2027 in Brasilien. Hier gelten die Öffentlich-Rechtlichen als Favoriten, die gern noch mehr als das übertragen würden. Im Pay-TV sicherte sich MagentaTV bereits die Rechte am kompletten Turnier 2027 mit 64 Partien. Die Telekom-Plattform hat auch die Männer-WM 2030 im Portfolio. Hier verhandelt man über eine Sublizenz mit Free-TV-Sendern wie ARD, ZDF und RTL.
WM‑Einsatz 2026: Mats Hummels als Experte bei MagentaBis Ende November läuft die Ausschreibung der Fußball-Bundesliga der Frauen für die Spielzeiten 2027/28 und 2028/29. Bis zu 57 bzw. 64 Live-Spiele soll es im Free-TV geben. Dazu werden alle 183 bzw. 190 Saison-Partien für das Pay-TV verkauft. Es gibt eine Variante mit einer normalen Saison sowie eine neue mit Meisterschafts-Play-offs. Daher sind zwei Spielanzahlen ausgeschrieben.
Der Kreis der Interessenten umfasst unter anderem ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1 und Axel Springer im Free-TV sowie MagentaSport und Sky im Pay-Bereich. Bisher erzielt die Bundesliga 5,2 Millionen Euro pro Jahr. Ziele sind ähnliche Einnahmen und höhere Reichweite. Angebotsfrist ist Mitte November. Am 30. November soll alles abgeschlossen sein.
Gestiegenes Interesse
Abseits des Fußballs ist der Rechte-Verkauf der Formel 1 aktuell die größte Baustelle. Hier läuft der Vertrag von RTL/Sky noch bis Ende der Saison 2027. Momentan gibt es Verhandlungen mit potenziellen TV-Partnern, wie es ab 2028 weitergeht. Formel-1-Boss Stefano Domenicali (61) freute sich kürzlich darüber, dass es jetzt „mehr als einen Interessenten“ gebe. Zuvor war dies hauptsächlich Sky, das inzwischen zu RTL gehört.
Jetzt wird auch Apple als Anwärter gehandelt, das sich in den USA für fünf Jahre die Formel 1 sicherte. Preis dort: rund 125 Millionen Euro pro Saison. In Deutschland geht es um niedrigere Summen. Hier rechnet man eher mit 30 bis 40 Millionen. Ob Apple ernst macht, ist offen. Auf jeden Fall gibt es der Formel 1 die Möglichkeit, Druck auf RTL/Sky auszuüben, um dort mehr Geld bei den Rechteverhandlungen herauszuholen. Aber auch andere Streamer wie Netflix oder DAZN, das in Spanien die Formel 1 bis 2030 zeigt, könnten einsteigen.
Ebenfalls auf dem Markt sind die Rechte am Grand-Slam-Turnier von Wimbledon. 2027 überträgt noch Prime Video; dies ist der Abschluss eines Vier-Jahres-Vertrages. In der Branche heißt es, dass Prime Video wieder den Zuschlag bekommen werde. Durch die Erfolge von Alexander Zverev (29) ist Wimbledon für die TV-Partner sogar noch attraktiver geworden. Die anderen Grand-Slam-Turniere sind vergeben: Eurosport hat die French Open bis 2030 und die Australian Open bis 2031. Sporteurope.TV verlängerte die US Open bis 2030.
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