Jan-Lennard Struff hat nach seinem verlorenen Finale von Brüssel für einen weiteren Achtungserfolg auf der Tennis-Tour gesorgt. Der 36-Jährige gewann im Achtelfinale des Turniers in Basel überraschend gegen den ehemaligen Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien mit 6:7 (4:7), 7:5, 7:6 (7:5).

Den ersten Erfolg nach zuvor acht Niederlagen gegen den 39-Jährigen besiegelte Struff in dem packenden Spiel nach 2:35 Stunden mit seinem 27. Ass der Partie. Im Viertelfinale trifft der Warsteiner nun auf den Portugiesen Nuno Borges.

„Ich bin sehr glücklich, vor allem über die Art und Weise: mutig und die ganze Zeit nach vorn. Und das auch in schwierigen Situationen. Ich wusste, ich muss gut spielen, denn bei den US Open hatte er mich glatt geschlagen. Die engen Punkte habe ich mit mutigen Entscheidungen in meine Richtung geholt“, sagte Struff nach der Partie.

Bei den US Open 2025, im zuvor letzten Aufeinandertreffen, hatte Djokovic im Achtelfinale mit 6:3, 6:3, 6:2 gewonnen. Nun fand der unterlegene Serbe nach der Partie lobende Worte für Struff. „Ich habe ihn noch nie so gut erlebt“, sagte er.

Zverev staunt aus der Ferne

Auch aus Österreich gab es eine eher ungläubige Reaktion. Dort bekam Alexander Zverev am Rande seiner Krönung zur neuen Nummer eins der Welt von Struffs Erfolg mit. „Struffi hat Djokovic geschlagen?“, fragte Zverev. „Ich hoffe, dass er weiterhin so spielt und nicht, dass jetzt wieder diese eine Woche sein wird, in der er super spielt und dann wieder sechs Wochen kein Match gewinnt. Das wäre ein bisschen schade. Aber wenn das nicht der Fall ist, freue ich mich sehr, die beste Nummer zwei in einem Mannschaftswettbewerb dabeizuhaben. Das wäre schon sehr, sehr hilfreich“, blickte er auf den Davis-Cup voraus.

Im Viertelfinale des Teamwettbewerbs trifft Deutschland Ende November in Bologna auf Großbritannien. In der letzten Runde gegen Kroatien in Halle/Westfalen unweit seiner Heimat Warstein war Struff von Teamchef Michael Kohlmann nicht berücksichtigt worden. „Ich habe einen super Lauf, das Selbstvertrauen muss ich jetzt mitnehmen“, sagte er nun.

Erst am vergangenen Sonntag hatte Struff den zweiten ATP-Titel seiner Karriere knapp verpasst. Beim Turnier in Brüssel unterlag er dem Niederländer Tallon Griekspoor im Endspiel mit 6:4, 3:6 und 4:6. Seinen bislang einzigen Turniersieg hatte Struff 2024 in München geholt.

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