Kapitän Robin Koch hat Eintracht Frankfurt ins Achtelfinale des DFB-Pokals geführt. Der zuletzt kritisierte Abwehrchef leitete mit seinem Tor den 3:1 (0:0)-Erfolg beim personell arg gebeutelten Hamburger SV ein (56. Minute). Jonathan Burkardt (71.) mit seiner letzten Aktion und der für ihn eingewechselte Younes Ebnoutalib (75.) legten nach. Dem HSV gelang durch Terem Moffi (79.) nur der Ehrentreffer.

Für die Hamburger bleibt der schwache Trost, schon am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) in der Fußball-Bundesliga in Frankfurt Revanche nehmen zu können. Dann möglicherweise mit einem weiteren Stammspieler weniger: Abwehrchef Sebastiaan Bornauw musste zur Pause raus und verlängerte die Verletztenliste des Bundesliga-Elften.

HSV mit einer Notelf

Im DFB-Pokal-Spiel gegen die Frankfurter fehlten vor 57.000 Zuschauern gleich sechs verletzte Stammkräfte: Neben Kapitän Nicolai Remberg (Kreuzbandriss) mussten auch Spielmacher Fabio Vieira (Muskelfaserriss), Mittelfeldspieler Bilal Nadir (Sehnenriss), die Abwehrrecken Nicolas Capaldo (Zerrung) und Jordan Torunarigha (muskuläre Probleme) sowie Stürmer Yussuf Poulsen (Hüfte) passen.

Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte weniger Sorgen als sein HSV-Kollege Merlin Polzin. Hütter erlaubte sich, den derzeit besten Frankfurter Bundesliga-Torschützen, Ebnoutalib, auf der Bank zu lassen – er wechselte ihn spät ein und sah direkt einen Treffer seines Stürmers.

HSV hält Partie lange offen

Trotz des personellen Aderlasses hielten die Hamburger die Partie lange offen und waren phasenweise die bestimmende Mannschaft. Die Gäste aus Hessen waren in den ersten Minuten optisch überlegen. Doch mit zunehmender Spielzeit befreite sich der HSV und setzte immer wieder Offensivaktionen.

Ein Kopfball von Hamburgs Verteidiger Shaqif Nandja (6.) war lange Zeit die einzige Chance im Spiel. Mitte der ersten Halbzeit wurde es dann munterer. Zakaria El Ouahdi (24.) scheiterte an Eintrachts Keeper Noah Atubolu. Albert Grönbaek (29.) spitzelte den Ball am Tor vorbei.

Bornauw und die Hamburger im Pech

Im Gegenzug blockte Bornauw im letzten Moment einen Schuss von Burkardt (30.). Einige Minuten später war es Bornauw (42.), der die Führung per Kopf nur knapp verpasste. Ausgerechnet der bis dahin überzeugende Abwehrchef verletzte sich kurz vor der Pause bei einem Zusammenprall mit Frankfurts Atubolu – und verlängerte so die HSV‑Verletztenliste. Für ihn kam zur zweiten Halbzeit der erst 18 Jahre alte Jason Bissi-Mouelle.

Die Frankfurter drückten zu Beginn der zweiten Halbzeit – und wurden belohnt, als Koch aus kurzer Entfernung traf. Die Hamburger Notelf ließ sich nicht entmutigen. Miro Muheim (59.) versuchte es aus der Distanz, Atubolu reagierte stark. Moffi (63.) schaffte es aus kurzer Entfernung, den Ball per Kopf neben das Tor zu setzen.

Als aber Burkardt für die Eintracht erhöhte, war die Partie entschieden. Der für Burkardt eingewechselte Ebnoutalib machte es deutlich. Der oft unglücklich agierende HSV-Mittelstürmer Moffi konnte nur noch verkürzen.

Frankfurts Jonathan Burkardt freut sich über sein Tor

Glück hatte Frankfurt, dass in der ersten Halbzeit ein klarer Elfmeter für den HSV ausblieb. Koch haute Zakaria El Ouahdi im Strafraum um, ein Pfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler blieb aber zum Unverständnis der Hausherren aus. „Ein klarer Elfmeter“, befand HSV‑Sportchef Claus Costa nach der Partie.

Auch in anderer Hinsicht war das Glück aufseiten der Frankfurter. Der bereits vorverwarnte Rechtsverteidiger Nnamdi Collins traf bei einem Zweikampf seinen Kontrahenten David Möller Wolfe im Gesicht. Stieler verzichtete auch hier auf eine Entscheidung gegen die Eintracht – wenige Sekunden später wechselte Trainer Hütter Collins dann aus.

Weitere Ergebnisse der zweiten Runde im DFB-Pokal

SG Sonnenhof Großaspach – FC Augsburg 2:4 (1:2)

Rot-Weiss Essen – RB Leipzig 1:2 (1:0)

VfL Bochum – FSV Mainz 05 2:0 (0:0)

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