Bayern-Star Harry Kane ist für sein herausragendes Fußballjahr mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet worden. Der 33 Jahre alte Kapitän der englischen Nationalmannschaft wurde am Abend in seiner Heimatstadt London geehrt. Kane setzte sich unter anderem gegen WM-Torschützenkönig Kylian Mbappé, den spanischen Weltmeister Lamine Yamal sowie seine Münchner Teamkollegen Luis Díaz, Michael Olise und Dayot Upamecano durch. Er nahm zudem die Auszeichnung für den besten Stürmer mit nach Hause.
Als beste Fußballerin wurde die Spanierin Alexia Putellas ausgezeichnet, die im Sommer vom FC Barcelona zu den London City Lionesses gewechselt war. Nationalspielerin Klara Bühl vom FC Bayern, die es als einziger deutscher Profi unter die Finalistinnen und Finalisten der wichtigsten Preise geschafft hatte, hatte auf Platz zwölf von 30 das Nachsehen.
Der erste goldene Ball für den Bayern-Star
Für Kane bedeutet der goldene Ball die bislang bedeutendste individuelle Trophäe seiner Karriere. Im schicken Anzug mit Fliege kam der 33-Jährige kurz vor Beginn der Zeremonie in einem Kleinbus gemeinsam mit seinen Bayern-Teamkollegen am roten Teppich an – und schrieb geduldig ein paar Autogramme für die wartenden Fans. Hand in Hand mit Ehefrau Katie Goodland ging es dann in das altehrwürdige Theater im Zentrum der britischen Hauptstadt.
„Ich bin unglaublich stolz auf meine Leistung im letzten Jahr – es war mit Abstand meine beste Saison“, sagte Kane im DAZN-Interview. Gefragt nach seinen Kindern antwortete der Engländer: „Sie wollen die Trophäe unbedingt haben. Für meine Kinder ist es völlig normal, dass ich Trophäen mitbringe. Mein Sohn hält das wahrscheinlich für ganz alltäglich – aber vielleicht werden sie später einmal zu schätzen wissen, was für eine besondere Auszeichnung das ist.“
Der Stürmer hatte in der vergangenen Saison 61 Tore für die Bayern erzielt und zwölf für die Three Lions, sechs davon bei der WM im Sommer. Mehr geht kaum. Mit den Bayern feierte der in London aufgewachsene Engländer die Meisterschaft und den Pokalsieg. Dass es für die Münchner wieder nicht zum Gewinn der Champions League gereicht hatte, spielte für die Juroren offensichtlich keine größere Rolle.
Vergeben wird die prestigeträchtige Auszeichnung vom Fachmagazin „France Football“ und der Europäischen Fußball-Union Uefa. Wie die Organisatoren durchblicken ließen, gewann Kane einen spannenden Zweikampf gegen Mbappé. Der Vorsprung des Engländers sei minimal gewesen, sagte Vincent Garcia, der Chefredakteur von „France Football“. „Es ging dieses Jahr wirklich nur um wenige Punkte“, sagte er. Die genauen Zähler sollen zwar erst am Ende dieser Woche veröffentlicht werden. „Aber ich kann schon verraten, dass der Punktabstand zwischen Kane und Mbappé kleiner war als jener zwischen Rodri und Vini Jr. im Jahr 2024. Und das waren damals nur 41 Punkte“, sagte Garcia.
Garcia schilderte darüber hinaus, dass sich um die Wahl ein kleiner Krimi entwickelt hatte. Er habe verfolgt, wie die Stimmen im Abstimmungszeitraum eintrudelten. „Kylian war lange vorne, aber dann hat Kane aufgeholt. Und am Ende wurde es wirklich wegen ganz, ganz weniger Punkte entschieden.“
Starstürmer folgt auf Starstürmer
Kane ist der erste Bayern-Spieler seit Karl-Heinz Rummenigge 1981, der die Auszeichnung gewinnen konnte. Und er ist der erste Bundesliga-Profi seit Matthias Sammer 1996 und erste Engländer seit Michael Owen 2001.
„Harry Kane zeigt, dass man zu den Besten der Welt gehören kann, ohne sich selbst ständig in den Mittelpunkt zu stellen. Dass man ehrgeizig und gleichzeitig ein Teamplayer sein kann. Und dass wahre Größe nicht darin besteht, sich über andere zu erheben“, hatte Rummenigge in einem Beitrag für „Münchner Merkur/tz“ vor der Verleihung geschrieben. Kane sei „höflich, bodenständig, frei von Allüren und begegnet den Menschen auf Augenhöhe“.
Weitere Ehrungen am Abend
Als bester Trainer einer Männermannschaft wurde Luis de la Fuente geehrt, der Spanien im Sommer zum WM-Titel geführt hatte. Bei den Coaches eines Frauenteams setzt sich dessen Landsmann Pere Romeu (FC Barcelona) durch. Bester Torhüter wurde Spaniens Weltmeistertorwart Unai Simón, beste Torhüterin Cata Coll (FC Barcelona). Im Rennen um den Preis für das beste Talent des Jahres war auch Bayerns Lennart Karl nominiert – es gewann aber Yamal. Bei den Fußballerinnen wurde in dieser Kategorie Vicky López ausgezeichnet, auch sie spielt beim FC Barcelona.
Die Katalanen wurden zudem als bester Frauen-Club der vergangenen Saison ausgezeichnet, bei den Männern gewann Paris Saint-Germain. Der FC Bayern ging leer aus.
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