Beim Derby zwischen Wacker Innsbruck und Austria Salzburg in der 2. österreichischen Fußball-Liga hat ein Kind für einen Skandal gesorgt. Nach dem 1:0-Auswärtssieg der Austria wurde Gästetrainer Christian Schaider von einem jungen Zuschauer mit einem Becher beworfen. Nach seiner Einschätzung war der Werfer nicht einmal zehn Jahre alt.

Der Treffer hinterließ Spuren: Schaider zog sich zwei sichtbare Cuts an der Nase zu, einer davon blutete. Schaider schilderte die Szene im ORF: „Das ist äußerst bedenklich. Kurz nach Abpfiff habe ich mich umgedreht und mit einem eigenen Fan abgeklatscht. Da ist ein Kind in der zweiten Reihe gestanden, hat den Becher geschmissen und ist danach gleich weg gewesen.“

Schaider fand mahnende Worte in Richtung Gesamtgesellschaft: „Die Stimmung war top. Aber wir müssen in unserer Gesellschaft ein bisschen umdenken, weil wenn Kinder im Stadion einem einen Becher ins Gesicht schmeißen, dann ist irgendwas falsch in unserer Gesellschaft. Das hat am Fußballplatz nichts verloren. Da müssen die Kinder anders erzogen werden. Wir leben auf dem Platz vor, was Fair Play ist. Das erwarten wir dann auch von Kindern und von allen im Stadion. Das ist kein würdiger Abschluss dieses Spiels.“

Sportlich hatte die Austria allen Grund zum Feiern: Vor einer für die 2. österreichische Liga großen Kulisse von 16.125 Zuschauern im Innsbrucker Tivoli-Stadion, darunter rund 1100 Salzburger, setzten sich die Gäste mit 1:0 durch. Christian Gebauer (32) köpfte in der 52. Minute nach einem Freistoß den entscheidenden Treffer.

Ausschreitungen außerhalb des Stadions

Doch nicht nur der junge Becherwerfer sorgte für Ärger. Rund 150 größtenteils vermummte Wacker-Fans durchbrachen einen Begrenzungszaun einer Sportanlage östlich des Stadions. Laut Polizei wollten sie offenbar die Gästefans angreifen. Die Randalierer feuerten dabei unter anderem Feuerwerksraketen gezielt auf Polizeikräfte und Salzburger Anhänger. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Im Anschluss sei es in der Innenstadt zu weiteren Krawallen gekommen. Laut Polizei sei es zu „gewalttätigen Konfrontationen, Raufhandel und Widerständen gegen einschreitende Polizeibeamte“ gekommen. Es gab fünf Festnahmen.

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