Mehr als ein paar Läufe und Dehnübungen an der Seitenlinie waren auch dieses Mal nicht drin. Ilkay Gündogan war wieder einmal außen vor und kam am vergangenen Wochenende beim 3:1 von Galatasaray Istanbul gegen Kasimpasa nicht zum Einsatz. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist beim türkischen Spitzenklub nur noch Bankdrücker – in der aktuellen Saison kommt der 35-Jährige in acht Spielen auf nur elf Minuten Spielzeit.

Der Frust über seine Situation scheint bei Gündogan tief zu sitzen. Am kommenden Dienstag spielt Istanbul in der Champions League beim FC Barcelona. Auf die Frage, ob er für die Partie gegen seinen ehemaligen Klub bereit sei, antwortete Gündogan: „Ich spiele doch nicht – warum sollte ich also bereit sein?“

Trainer Okan Buruk plant derzeit nicht mit dem Mittelfeld-Strategen, der 2025 von Manchester City zu Galatasaray gewechselt ist. Buruk wechselte Gündogan lediglich zweimal in der Schlussphase ein. Am ersten Spieltag gegen Corum und in der Champions League gegen Sporting Lissabon.

„Ich finde, Ilkays Aussage wurde falsch verstanden. Der Junge könnte nach dem Spiel etwas angespannt gewesen sein, weil er sich aufgewärmt hat und dann nicht eingewechselt wurde. Ich habe dem keine große Bedeutung beigemessen, denn Ilkay trainiert gut und wartet darauf, zu spielen“, sagte Buruk.

Dabei spielte Gündogan in der vergangenen Saison noch eine wichtige Rolle im Spiel von Galatasaray – wettbewerbsübergreifend absolvierte der 82-malige Nationalspieler 38 Partien und hatte großen Anteil am Gewinn der türkischen Meisterschaft. Jetzt der Absturz zum Bankdrücker.

„Die Transfergerüchte stimmen nicht“, sagt Gündogan

Nach Informationen der türkischen Zeitung „Sabah“ soll Galatasaray Gündogan bereits in der Winterpause abgeben wollen. Auch um dessen geschätztes Gehalt von 4,5 Millionen Euro einzusparen. Gündogan erteilte jeglichen Wechselgerüchten aber eine Absage. „Die Transfergerüchte stimmen nicht. Ich möchte auch nach dem Winter-Transferfenster hierbleiben und alles dafür geben, mit Galatasaray einen weiteren Titel zu gewinnen“, sagte er zur spanischen Zeitung „Mundo Deportivo“.

Hendrik Wüst (r.), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zeichnete Ilkay Gündogan mit der Mevlüde-Genç-Medaille aus

Zuletzt sorgte Gündogan abseits des Platzes für positive Schlagzeilen. Am 29. September wurde ihm die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Gündogan wurde der Preis bereits im Vorjahr zugesprochen, die persönliche Übergabe wurde aber wegen seines Wechsels in die Türkei und der Türkeireise von Hendrik Wüst, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, erst jetzt nachgeholt. Die Auszeichnung erinnert an den rassistischen Brandanschlag von Solingen 1993 und würdigt Menschen, die sich gegen Rassismus und für Völkerverständigung einsetzen.

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