In einer europäischen Fußball-Arena werden sich Weltklasse-Stürmer Erling Haaland und ein namentlich nicht genannter Elektriker aus Polen wohl nie begegnen. Dafür duellieren sie sich seit Jahren in einem Rechtsstreit, bei dem es vor dem EU-Gericht in Luxemburg weitergeht.
Grund ist ein skurriler Disput um die Rechte des Namens „Haaland“, die der Elektriker im Jahr 2023 bei der Europäischen Union als Marke für Sportbekleidung, Fußballschuhe und Energydrinks eintragen ließ.
Nur wenige Tage nach der Eintragung des Elektrikers zog Haaland – Stürmer von Manchester City und Multimillionär – in Norwegen nach und ließ die Eintragung der Marke auf die EU ausdehnen. Weil der Elektriker protestierte, erfuhr Haaland, dass die Marke bereits eingetragen war – und in welchem Zusammenhang. In zwei Verfahren setzte sich der Stürmer bereits vollständig durch.
Doch sein Widersacher gibt nicht auf und hat im Sommer dieses Jahres Klage beim EU-Gericht eingereicht, wie die norwegische Zeitung „VG“ berichtet. Haalands Anwälte unterstellen dem Mann die böswillige Absicht, sich mit dem berühmten Namen des Torjägers bereichern zu wollen. Haaland spielte vor seinem Wechsel zu Manchester City für Borussia Dortmund und hat laut dem Fachportal transfermarkt.de einen Wert von 220 Millionen Euro.
Am Sonntag muss er mit seinem Team, aktuell Tabellenführer der Premier League, beim Tabellensechsten FC Liverpool antreten. Haalands Klub steckt selbst in juristischen Schwierigkeiten. Ein Finanzskandal erschüttert aktuell Manchester City in seinen Grundfesten. Haaland hat deswegen zu Geschlossenheit aufgerufen. „Wir müssen zusammenhalten und einander Liebe entgegenbringen. Also ja: Zusammenhalten, die Reise genießen und lächeln“, sagte der norwegische Nationalspieler.
„Müssen füreinander da sein und positiv bleiben“, sagt Haaland
Wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League wurde der zehnmalige englische Meister von einer unabhängigen Kommission in allen 115 Anklagepunkten für schuldig befunden. Manchester City drohen harte Strafen bis zur Aberkennung mehrerer Meistertitel oder einem Zwangsabstieg. Der Klub hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. „Der Verein weist die von der Premier League erhobenen Vorwürfe zurück“, hatte es zuletzt in einer Stellungnahme geheißen.
Bundestrainer Jürgen Klopp hat inmitten des Finanzskandals um Manchester City anerkennend vom Verein und dessen ehemaligen Trainer Pep Guardiola während der gemeinsamen Zeit in der Premier League gesprochen. Konkret zu dem Sachverhalt äußerte sich der einst beim FC Liverpool angestellte 59-Jährige nicht.Eine unabhängige Kommission der Premier League hatte festgestellt, dass zwischen 2009 und 2018 rund 900 Millionen Pfund – also etwa eine Milliarde Euro – entgegen den Regeln in den Klub geflossen seien. Dieses Geld konnte der Klub im Gegensatz zur Konkurrenz auf dem Transfermarkt nutzen und in jener Dekade eine der besten Mannschaften zusammenstellen. Auf dieser Zeit baute auch der weitere Erfolg des Klubs mit zahlreichen englischen Meisterschaften und dem Gewinn der Champions League 2023 auf.
„Wir müssen zusammenhalten, wir müssen füreinander da sein und positiv bleiben. Egal, was im Leben passiert: Wir müssen immer ein Lächeln im Gesicht haben. Wir müssen also positiv bleiben, nach vorn schauen, versuchen, Fußballspiele zu gewinnen, und dann versuchen, die Situation und das Spiel zu genießen“, sagte Haaland.
Wegen des fristgerecht eingereichten Einspruchs von Manchester City kann es lange Zeit dauern, bis eine endgültige Entscheidung über das Strafmaß oder einen Freispruch getroffen wird.
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