Der Präsident des deutschen Meisters VfB Suhl hat den Trainer von Konkurrent Dresdner SC für das Abwerben seiner Volleyballerinnen mit deutlichen Worten kritisiert. „Es werden wieder alle möglichen Postfächer vom 58-jährigen Alexander Waibl voll sein, der unseren Mädels schreibt“, sagte Alexander Mantlik dem „Freien Wort“. „Alexander Waibl versucht, Bayern München zu spielen und schon während der Saison Unruhe zu verbreiten und den Gegner zu schwächen.“
Das Verhalten des DSC-Trainers Waibl sieht Mantlik als „unfair, aber eben nicht verboten, das muss man auch ganz klar sagen“. Der Präsident und Manager des Double-Siegers aus Thüringen betonte, dass der eigene Trainer Laszlo Hollosy keine Spielerinnen anschreiben würde.
Mantlik wirft Waibl zudem vor, die Vorgaben der Liga bei Transfers offenbar nicht umfassend zu beachten. „In der Volleyball-Bundesliga gibt es die Regel, dass man bis zum Januar keine Spielerin verpflichten darf, aber oft hat Herr Waibl zu diesem Zeitpunkt schon eine mündliche Zusage“, sagte Mantlik. „Ich selbst habe noch keine Spielerin gesehen, die von uns weggegangen und in Dresden besser geworden ist.“
Dresden „versteht die Frustration nicht“
In Dresden nahm man die Worte zur Kenntnis. „Wir verstehen die Frustration nicht. Es gibt auch keine nationalen oder internationalen Richtlinien, die Verpflichtungen und den Zeitpunkt regeln“, sagte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. „Mit 13 Titeln in 17 Amtsjahren spricht die Bilanz von Cheftrainer Alexander Waibl für sich selbst.“
Nach dem überraschenden Gewinn von Meisterschaft und Pokal hatte Außenangreiferin Mackenzie Foley Suhl in Richtung Dresden verlassen. Dennoch gewann Suhl am vergangenen Samstag den Supercup gegen den sächsischen Konkurrenten souverän mit 3:0.
Sowohl Suhl als auch Dresden mussten im Sommer, wie im Volleyball nicht ungewöhnlich, einen großen Umbruch bewerkstelligen. Acht Spielerinnen verließen Dresden, fünf Suhl. Transferziel der Thüringer sei es, „die Helden aus der zweiten Reihe zu verpflichten, die ein großes Potenzial haben und in der Arbeit mit Laszlo dran glauben, dass sie es umsetzen können“, sagte Mantlik. „Suhl sollte für jedes Talent in Deutschland die erste Anlaufstelle sein, das war unser Ziel, und da sind wir mittlerweile auch.“
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