Der Berlin Marathon hat für zwei Teilnehmerinnen ein Nachspiel. Wie die „B.Z.“ berichtet, verließen die chinesische Influencerin Sun Yuanyuan und die belgische Sport-Influencerin Ginger Jesson-Macduff während des Rennens die reguläre Strecke.
Sun Yuanyuan hat in dem chinesischen sozialen Netzwerk Rednote unter dem Namen „Abeeeer“ mehr als 530.000 Follower. Nach dem Marathon veröffentlichte sie ihre Zeit, wonach sie die 42,195 Kilometer in 4:53 Stunden gelaufen sei. Kurz darauf tauchte jedoch ein Foto auf, das sie ab Kilometer 38 auf dem Gepäckträger eines Fahrrads zeigt.
Auffällig war auch ihre Zwischenzeit in dieser Phase des Marathons. Zwischen Kilometer 35 und 40 benötigte sie 30:49 Minuten. Zuvor war sie auf keinem Fünf-Kilometer-Abschnitt schneller als 33:27 Minuten gelaufen.
Sun entschuldigte sich inzwischen öffentlich. Sie habe sich unwohl gefühlt, räumte jedoch ein, gegen die Regeln verstoßen und ihre Mitfahrgelegenheit bewusst verschwiegen zu haben. Ihr Partner Brooks China soll daraufhin die Zusammenarbeit mit ihr beendet haben.
Noch weiter verkürzte Ginger Jesson-Macduff den Berlin-Marathon. Die Belgierin war von der Finanz-App Revolut eingeladen worden. Nach Angaben des Instagram-Account „officialunofficialtime“, das Schummeleien bei Marathonläufen aufdeckt, verließ sie jedoch bei Kilometer 22 die Strecke und kehrte erst etwa zehn Kilometer später wieder zurück.
Ihre Laufuhr registrierte deshalb lediglich 31,22 Kilometer. Auf Strava bezeichnete Jesson-Macduff den Lauf aber selbst als „Berlin marathon (shortcut)“ und veröffentlichte anschließend ein Foto mit ihrer „Finisher“-Medaille.
Die Sportlerin erklärte anschließend, sie habe wegen Bauchschmerzen das Rennen unterbrochen. „Ich habe zwar die Medaille erhalten, aber später erkannt, dass ich mich nicht so darstellen sollte, als hätte ich den Marathon absolviert“, sagte sie gegenüber der „B.Z.“. Den entsprechenden Beitrag in den sozialen Medien löschte sie später.
Die Betreiber des Instagram-Accounts „officialunofficialtime“ äußerten gegenüber der Zeitung auch den Verdacht, dass das Vorgehen geplant gewesen sein könnte: „Das wirkte geplant und nicht wie eine spontane Fehlentscheidung. Eine Marathon-Medaille steht für die komplette Distanz. Für jeden einzelnen Kilometer, nicht nur für 31.“
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