Vor einem Jahr beim World Grand Prix hatte die Serie begonnen. Luke Humphries unterlag damals Luke Littler 1:6 im Endspiel. Auch beim Grand Slam of Darts, der European Darts Championship und dem Masters erreichte er anschließend das Finale, hatte gegen Littler oder Gian van Veen aber stets das Nachsehen. Vier große Finals, vier Niederlagen. Humphries fiel zwischenzeitlich hinter die beiden auf Platz drei der Weltrangliste zurück.

Insofern war es vor allem Erleichterung, die der Engländer nach seinem 6:4 gegen Gerwyn Price im Endspiel des World Grand Prix 2026 verspürte. „Ich habe das gebraucht, um etwas Selbstvertrauen zu gewinnen. Die letzten 15 oder 18 Monate waren für mich eine extrem harte Zeit, da ich so viele große Finals verloren habe“, sagte der überglückliche Sieger: „Diese Serie hinter mir zu haben, fühlt sich wirklich besonders an – es bedeutet mir die Welt.“

Alles muss raus: Luke Humphries kann doch noch Majorturniere gewinnen

Dabei hatte es zu Beginn des Abends schnell nach der fünften Finalpleite ausgesehen. Wie im Vorjahr gegen Littler schien er diesmal auch gegen Price chancenlos. „Ich hatte das Gefühl, heute Abend nicht viel entgegenzusetzen zu haben“, bekannte Humphries später. Seine Ziele hatten sich angesichts des furiosen Auftritts seines Gegners jäh verändert: „Ich wollte einfach nicht mit 0:6 verlieren.“

Price startet mit Rekord-Average

Gerade einmal drei Minuten und 45 Sekunden hatte es gedauert, bis der erste Abschnitt schon vorbei war – der erste Satz wohlgemerkt, nicht das erste Leg. Price legte einen Rekordstart hin, checkte in zwölf, zehn und zwölf Pfeilen zum 3:0. „‚Gezzy‘ war fantastisch in diesen ersten drei Legs, absolut geisteskrank“, sagte Humphries. Und am DAZN-Mikrofon kratzte sich Gabriel Clemens verwundert den Kopf: „Das ist atemberaubend, wie er hier loslegt.“

Es war der schnellste Satz der Turniergeschichte und mit einem Durchschnitt von 132,62 Punkten pro Aufnahme auch der höchste jemals gespielte Satz-Average.

Der Waliser, der schon im Halbfinale gegen Nathan Aspinall eine 3:0-Führung aus der Hand zu geben drohte, musste Humphries am Ende aber doch noch den Vortritt lassen. „Luke hat im Mittelteil des Matches brillant gespielt“, sagte Price und ging zur Selbstkritik über: „Aber ich habe auch zu viele Gelegenheiten ausgelassen, um ihn ein wenig unter Druck zu setzen.“

Und so konnte sich der Sieger über den zweiten Triumph bei dem im tückischen Double-in/Double-out-Modus gespielten Majorturnier freuen. Die Siegprämie von 150.000 Pfund bringt ihm zudem wieder Platz zwei in der Order of Merit zurück – und der 31-Jährige hat nun eine neue Serie gestartet. Humphries ist der einzige Spieler, der viermal in Serie im Endspiel des World Grand Prix stand.

Ergebnisse World Grand Prix

Viertelfinale

  • Nathan Aspinall (ENG/16) – Ryan Joyce (ENG) 3:0 (3:0, 3:2, 3:2)
  • Gerwyn Price (WAL/4) – Jonny Clayton (WAL/5) 3:2 (2:3, 1:3, 3:1, 3:0, 3:2)
  • Gian van Veen (NED/3) – James Wade (ENG/6) 0:3 (0:3, 0:3, 1:3)
  • Luke Humphries (ENG/2) – Niels Zonneveld (NED) 3:0 (3:1, 3:2, 3:1)

Halbfinale

  • Nathan Aspinall (ENG/16) – Gerwyn Price (WAL/4) 2:5 (0:3, 2:3, 1:3, 3:1, 3:1, 1:3, 1:3)
  • James Wade (ENG/6) – Luke Humphries (ENG/2) 5:3 (3:1, 1:3, 3:1, 1:3, 3:1, 3:2, 1:3, 3:0)

Finale

  • Gerwyn Price (WAL/4) – Luke Humphries (ENG/2) 4:6 (0:3, 1:3, 2:3, 3:2, 3:1, 3:2, 3:1, 0:3, 3:2, 3:0)

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