Celtic Glasgow hat Fans scharf verurteilt, die beim Alfred Dunhill Links Championship den Hauptaktionär des Klubs, Dermot Desmond, ins Visier genommen haben. Am Samstag wurden auf dem Golfplatz im schottischen St. Andrews Tennisbälle auf den Platz geworfen, auf denen Bilder von Desmonds Gesicht angebracht waren. Die Porträts waren rot durchgestrichen.
Desmond nahm selbst an dem Golfturnier teil. Es ist ein Event der DP World Tour, das im ProAm-Format gespielt wird. Ein Profi spielt jeweils mit einem Amateur, meist Prominente aus dem Sport- oder Showbusiness, auch erfolgreiche Geschäftsleute werden eingeladen. Desmond spielte in dieser Woche mit dem Amerikaner Davis Bryant. Der Platz in St. Andrews wird auch „Home of Golf“ genannt, der Old Course ist alle fünf Jahre Austragungsort der British Open und gilt als der älteste noch existierende Golfkurs der Welt.
Celtic bezeichnete den Protest in der Mitteilung als eine „erhebliche und inakzeptable Eskalation“ und kündigte an, beteiligte Fans auf unbestimmte Zeit zu sperren. Zudem werde der Klub den Austausch mit der Fangruppierung Celtic Fans Collective einstellen. Diese wirft Desmond vor, zu großen Einfluss auszuüben und dabei intransparent zu handeln. Das Vermögen des 76-jährigen Finanzinvestors wird auf 2,2 Milliarden Dollar geschätzt.
„Der Klub wird sich durch organisierte Störaktionen weder einschüchtern noch unter Druck setzen lassen“, erklärte der 56-malige schottische Meister weiter: „Ebenso wenig werden Entscheidungen über die Führung des Celtic Football Club von jenen diktiert, die bereit sind, ihr Verhalten fortwährend zu eskalieren, um Druck auf den Klub, seine Mitarbeiter, Direktoren, Aktionäre oder andere Personen aus dem Umfeld von Celtic auszuüben.“
Proteste auch bei Fußballspielen
Fans hatten bereits mehrfach gegen die Führung des Klubs protestiert. Im vergangenen Jahr musste eine Partie gegen Dundee unterbrochen werden, nachdem Tennisbälle und Orangen auf das Spielfeld geworfen worden waren.
Das Celtic Fans Collective veröffentlichte in den sozialen Medien Aufnahmen der Protestaktion. „Dermot Desmond durfte den Celtic Football Club im Grunde führen und zugleich seinen Reichtum dazu nutzen, sich den Fans und der Verantwortung zu entziehen. Die Fans haben heute die Gelegenheit genutzt, die Botschaft zu senden, dass dieser Zustand nicht länger hinnehmbar ist“, schrieb die Gruppe auf X.
Celtic erklärte, der Vorfall habe den Konflikt „über den Celtic Park und den Fußball hinausgetragen, bis in die Heimat des Golfsports, und ein international bekanntes Sportereignis gestört“. Dadurch sei „Schande über den Namen“ des Klubs gebracht worden: „Der Ruf der Celtic-Fans gehört der gesamten Celtic-Familie. Er gehört keiner selbst ernannten Gruppierung, und keine solche Gruppe hat das Recht, diesen Ruf für ihre eigene Agenda zu beschädigen.“
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