Irland trifft in der Nations League auf Israel – und benimmt sich im Vorfeld höchst unsportlich. Letzter Eklat nach einer Serie von verbalen Konfrontationen: Die für Samstagmorgen angesetzte Pressekonferenz des irischen Teams wurde in letzter Minute verschoben. Als der Raum sich bereits gefüllt hatte, wurde den Anwesenden mitgeteilt, dass die Runde mit Coach Heimir Hallgrímsson und einem Spieler erst nach dem Training stattfinden werde.
Was steckt dahinter? Das Team hatte am Vormittag noch beraten, wie es mit dem Spiel am Sonntag (in Ungarn) gegen Israel umgehen soll. Zum zweiten Aufeinandertreffen kommt es am 4. Oktober in Serbien.
Am Freitag hatte laut der Zeitung „Irish Independent“ bereits eine Teamsitzung stattgefunden. Nach langem Warten trat am Samstag dann FAI-Geschäftsführer David Courell vor die Presse, teilte mit: „Heute Morgen hat ein Spieler dem Cheftrainer sein Unbehagen mitgeteilt und seine Absicht bekundet, aus dem Kader auszusteigen. Diese neue Situation erforderte Zeit und Überlegungen seitens der Mannschaft.“
Und weiter: „Letztendlich haben wir in den letzten 90 Minuten eine Mannschaftsabstimmung darüber durchgeführt, ob die Spiele ausgetragen werden sollen. Das Ergebnis war eine deutliche Mehrheit (für die Austragung Anm.). Der Verband hat die Entscheidung getroffen, diese Spiele auszutragen.“ Hallgrímsson ergänzte: „Im Moment fühlt sich niemand wohl … Es geht darum, den Schaden für jeden Einzelnen und für den irischen Fußball so gering wie möglich zu halten, und dafür müssen wir eine Lösung finden. Es gibt keine Maßnahme, mit der alle einverstanden wären.“
Der israelische Fußballverband reagierte auf den Hass
Der politische Hintergrund: In Irland nehmen Israelhass und Antisemitismus ungeahnte Ausmaße an, die Regierung bezeichnet den Gaza-Krieg – ausgelöst durch das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 – als „Völkermord“. Eindeutig eine Lüge, entgegnet Israel mit Verweis auf die humanitären Korridore. Der irische Rundfunk boykottiert sogar den kommenden Eurovision Song Contest, weil auch Israel dort mitsingen darf. Gegen kein anderes Land gibt es vergleichbar scharfe Maßnahmen – ungeachtet der jeweiligen Menschenrechtslage.
Schon im Vorfeld des Nations-League-Spiels verleumdete Irland-Trainer Hallgrímsson den kommenden Gegner: „Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel.“ Zudem erklärte er, dass sich Spieler mit den Partien unwohl fühlten.
Der israelische Fußballverband (IFA) reagierte in den sozialen Medien scharf und schrieb: „Wir haben in unzähligen Bereichen einen Beitrag für die Welt und die Menschheit geleistet und dabei eine beeindruckende Anzahl von Nobelpreisen gewonnen.“ Und weiter: „Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der Nationaltrainer Irlands an den Tag legt. Wir spielen nicht mit Ignoranz, Heuchelei und Dummheit – wir spielen gegen den Trainer, der all das verkörpert.“
Der Coach räumte dann vor dem Spiel gegen den Kosovo am Donnerstag (0:1) ein: „Es war nicht klug von mir, die Aufmerksamkeit auf diese Weise abzulenken.“
Boykott-Forderungen von irischen Sportlern
Bereits im Vorfeld hatte es in Irland Forderungen nach einem Boykott gegeben. Mehr als 160 irische Sportler unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Nationalmannschaft zum Verzicht auf die Spiele aufforderten. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Olympionikin Ciara Mageean, Ex-Nationalspielerin Louise Quinn und Rugby-Legende Tony Ward.
Spiele bei den Gastgebern sind bei dieser Partie gar nicht möglich: Irland und Israel treffen bei Hin- und Rückspiel jeweils auf neutralem Boden aufeinander, am 27. September im ungarischen Debrecen und am 4. Oktober im serbischen Bačka Topola. Das Rückspiel in Bačka Topola wird sogar hinter verschlossenen Türen ausgetragen.
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