Das ist mal erfolgreicher Frustabbau. J.J. Spaun reagierte auf seine Ausbootung für das US-Team beim Presidents Cup mit dem Sieg bei einem der größten Golfturniere in Europa. Der Amerikaner spielte im englischen Wentworth vier Birdies auf den letzten fünf Löchern und krönte sich zum Champion der BMW PGA Championship, dem Flagship-Turnier der DP World Tour.
Spaun spielte das Turnier zum ersten Mal in seiner Karriere, siegte mit zwei Schlägen Vorsprung und kassierte ein Preisgeld von 1,33 Millionen Euro. Für den US-Open-Sieger des Vorjahres war es bereits der zweite Sieg in dieser Saison. Geplant war er nicht; seine Reise nach England erfolgte spontan. Denn der 36-Jährige hatte fest mit einer Nominierung für den Presidents Cup in dieser Woche gerechnet, in diesem Fall wäre er in den USA geblieben.
Der Team-Wettbewerb ist aufgebaut wie der Ryder Cup, bei dem die Amerikaner gegen Europa antreten, und wird ebenfalls alle zwei Jahre ausgetragen. Beim Presidents Cup spielen die Amerikaner gegen den Rest der Welt, also alle Nationen außerhalb Europas. Das diesjährige Duell wird am Wochenende im Medinah Country Club nahe Chicago ausgetragen.
„Ich habe mit Wut im Bauch gespielt“, gestand Spaun nach seinem Triumph: „Ich hatte definitiv das Gefühl, diese Woche etwas beweisen zu müssen.“
„Wollte beweisen, dass ich ins Team gehöre“
US-Kapitän Brandt Snedeker wird die Sätze gehört haben. Spaun galt als Favorit auf eine Wild Card, auch weil er beim Ryder Cup vor einem Jahr mit zwei Siegen und einer Niederlage zu den wenigen Lichtblicken bei der amerikanischen Heimniederlage gegen Europa gehört hatte. Doch Snedeker vergab die letzten beiden Plätze an Jacob Bridgeman und den erst 21 Jahre alten Newcomer Jackson Koivun.
Spaun wurde in Wentworth deutlich: „Nicht für das Presidents-Cup-Team ausgewählt zu werden, war sehr enttäuschend. Ich wollte beweisen, dass ich ins Team gehöre. Ich habe meine Arbeit erledigt.“ Zudem passiere alles aus einem Grund: „Ich wollte immer ein weltweit erfolgreicher Spieler sein. Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, wie sich mein Turnierplan entwickelt hat.“
Hinter dem Kalifornier teilten sich Rory McIlroy (Nordirland), Aaron Rai (England), Adam Scott (Australien) und Manuel Elvira (Spanien) den zweiten Platz. Bester Deutscher war Freddy Schott auf Rang 27, der ihm 67.000 Euro Preisgeld einbrachte. In der Jahreswertung der DP World Tour liegt der Düsseldorfer auf dem 31. Platz.
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