Diese Frau ist ein Rätsel: Jahrelang gehörte Sheikha Fatima Bint Hazza bin Zayed Al Nahyan zu den wichtigsten Geldgeberinnen des deutschen Reitsports. Ihr Gestüt Al Shiraaa trat als Namenssponsor bei Top-Turnieren auf.

Doch inzwischen beschäftigen die Szene vor allem die Fragen: Wo ist die Millionen-Sponsorin? Und warum fließt kein Geld mehr?

Denn während mehrere Turnierveranstalter nach eigenen Angaben noch auf vereinbarte Zahlungen für 2026 warten, ist der Kontakt zur arabischen Pferdemäzenin abgerissen. Nach Angaben aus der Reitsportszene stehen zum Teil Zahlungen von bis zu 200.000 Euro pro Turnier aus.

Keine Klarheit

Dabei ist die Sheikha keine Unbekannte. Sie ist die Nichte von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Persönlich gesehen haben sie in Deutschland allerdings nur wenige.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ versuchten Verantwortliche des Reitsports inzwischen sogar, über höchste politische Kontakte an die Sponsorin heranzukommen. Pferdesport-Funktionär Martin Richenhagen bat demnach Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), bei einem Berlin-Besuch des Emirate-Herrschers vergangene Woche nach dessen Nichte zu fragen.

Der Erfolg: null. Richenhagen sagte der SZ, Söder habe nachgefragt, jedoch keine Antwort erhalten. Selbst der direkte Draht zur Staatsführung der Emirate brachte also offenbar keine Klarheit. Auch Dr. Dennis Peiler (47), Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland und verantwortlich für das Bundeschampionat in Warendorf, blieb mit seinen Kontaktversuchen bislang erfolglos. Er sagte zur „Bild“: „Wir haben auch die Botschaft eingeschaltet. Leider konnten wir sie bisher noch nicht persönlich erreichen.“

Warum die Sponsorin derzeit nicht erreichbar ist, weiß außerhalb ihres Umfelds offenbar niemand. In der Reitsportszene gibt es viele Spekulationen, belastbare Antworten jedoch nicht.

Das macht den Fall so ungewöhnlich: Der Betrieb von Al Shiraaa läuft weiter. Pferde des Gestüts starten weiterhin erfolgreich auf internationalen Turnieren, auch die deutsche Basis nahe Münster arbeitet unverändert.

Umso größer ist das Rätsel um die Frau. Selbst ihr Alter ist nicht ohne Weiteres herauszufinden. Einem Eintrag im britischen Handelsregister zufolge wurde Sheikha Fatima im Februar 1990 geboren. Eine Sponsorin mit Millionen im Rücken. Ein Gestüt, das weiterläuft. Und eine Frau, die niemand mehr erreicht.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild“ veröffentlicht.

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