Die erste Ansprache an seine Nationalspieler wird Jürgen Klopp am kommenden Montag im „Home Ground“ in Herzogenaurach richten. Die Stars dürften dann ähnlich eingeschworen werden wie die DFB-Mitarbeiter bei einem Town-Hall-Meeting am Campus vor eineinhalb Wochen, als der neue Bundestrainer vor allen eine Rede hielt und im Anschluss zu Bratwurst und Grillen einlud. Klopps Botschaft lautete: Die A-Nationalelf ist kein eigener Planet, wir sind alle Kollegen. Es geht nur, wenn wir uns gegenseitig helfen. Jeder trägt Verantwortung – und jeder holt in seinem Bereich alles heraus, was möglich ist. Nur dann können alle zusammen die Erfolge feiern, die sich alle wünschen.
Klopp will bei seiner Bundestrainer-Mission alle mitnehmen, ein Wir-Gefühl schaffen, das auch gelebt wird. Schon in Liverpool versammelte der 59-Jährige nach seinem Amtsantritt 2015 die Mannschaft gemeinsam mit allen Mitarbeitern, machte den Spielern klar: Weil die Mitarbeiter alles geben, könnt ihr euch nur auf Fußball konzentrieren – das ist eure Verpflichtung, alles für den sportlichen Erfolg zu tun.
Als Bundestrainer treiben Klopp jetzt noch viel größere Aufgaben um als allein Siege auf dem Platz: Beim Town-Hall-Meeting machte er deutlich, dass er den Patriotismus und den Stolz auf die eigene Nation, nicht den falschen Leuten überlassen möchte. Sein Wunsch ist es, dieses herausragende Gefühl der Sommer-Märchen-WM 2006, als ganz Deutschland mit der schwarz-rot-goldenen Flagge am Auto unterwegs war, wieder aufleben zu lassen. Der Bundestrainer möchte mit der Mannschaft das Land mitreißen, dafür muss das DFB-Team nach der dritten WM-Blamage in Folge (Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay) anders auftreten.
Neuer Rechtsverteidiger für das Nationalteam
Die wichtigste Frage nach der neuen Nr. 1 hat Klopp für sich bereits beantwortet: Nach Informationen von WELT und „Sport Bild“ wird Marc-André ter Stegen nach dem Rücktritt von Manuel Neuer wieder der Stammtorwart sein, wenn er richtig fit ist. Der 34 Jahre alte ter Stegen war einer der ersten Nationalspieler, die der neue Bundestrainer kontaktierte. In Amsterdam wird sich beim ersten Klopp-Länderspiel gegen Holland am 24. September für den Torwart beim Comeback ein Kreis für den Torwart schließen: Seit dieser Saison ist ter Stegen an Ajax Amsterdam verliehen, das seine Heimspiele in der „Johan Cruijff ArenA“ austrägt.
Bei seinem ersten Bayern-Besuch am Bundesliga-Auftakt-Wochenende führte Klopp ein Gespräch mit Joshua Kimmich. Der 31 Jahre alte Münchner wird erst mal Kapitän bleiben und seinen Einfluss auf die Mannschaft wie beim FC Bayern ab sofort auch im Nationalteam aus dem zentralen Mittelfeld ausüben. Nicht mehr als Rechtsverteidiger wie unter Klopp-Vorgänger Julian Nagelsmann.
Der Frankfurter Elias Baum (l., im Zweikampf mit dem Mainzer Kacper Potulski) ist ein Kandidat für die Position des RechtsverteidigersEs heißt, auch Nagelsmann hatte Kimmich bei der WM 2026 in Aussicht gestellt, ab dem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich auf seine zentrale Wunschposition zurückzukehren. Dazu kam es aber nicht mehr, da für Deutschland bereits im Sechzehntelfinale gegen Paraguay Endstation war. Deutschland schied nach Elfmeterschießen aus.
Mit dem Beginn der Klopp-Ära wird Deutschland also einen neuen Rechtsverteidiger bekommen. Hoffnung auf eine Klopp-Berufung dürfen sich Elias Baum, 20 Jahre alt, von Frankfurt, und Ridle Baku (28) von Leipzig machen. Genau wie Merlin Röhl (24) vom FC Everton, der eigentlich im zentralen Mittelfeld zu Hause ist, aufgrund von Personalsorgen unter Trainer David Moyes (63) neuerdings aber auf der defensiven Außenbahn spielt. Mit U19-Nationalspieler Rafael Pinto Pedrosa (18) vom Karlsruher SC steht zudem ein Zweitliga-Profi im Blickfeld.
Das Klopp-System baut wie bei seinen Klubs Liverpool, Dortmund und Mainz auf hohe Intensität und Gegenpressing. Anders als der FC Bayern und der VfB Stuttgart, die mit ihren Spielern die größten Blöcke im Nationalteam stellen, setzt Klopp dabei auf Raum- statt Manndeckung. Diese Thematik diskutierte der neue Bundestrainer bei seinen Besuchen auch mit Vincent Kompany (40).
Zu Gast in den Bundesligastadien: Am vergangenen Wochenende schaute sich Bundestrainer Jürgen Klopp das Spiel zwischen Mainz und Frankfurt anViererkette und Raumdeckung werden aber nicht die einzigen Vorgaben an die Nationalspieler sein. Auch im Zusammensein abseits des Platzes wird es klarere Regeln geben als unter Nagelsmann. Klopp will nach den vielen Gesprächen mit den Spielern und auch Betreuern Dinge im Tagesablauf der DFB-Stars verändern, auch die eine oder andere neue Verhaltensregel aufstellen.
Vier Länderspiele in 14 Tagen
Punkte wie diese erarbeiteten Klopp und sein Trainerteam in einem mehrtägigen Workshop im August 2026 im thüringischen Blankenhain. Wie ernst jeder Einzelne den Klopp-Auftrag zum deutschen Stimmungsumschwung nimmt, zeigt: Der Niederländer Pepijn „Pep“ Lijnders (43), der Klopp als rechte Hand beim FC Liverpool unterstützte und jetzt sein Co-Trainer ist, zog sich zur Vorbereitung eine Woche ins Kloster zurück, um sein Deutsch zu verbessern.
Pepijn Lijnders, zuletzt Co-Trainer bei Manchester City, wird Bundestrainer Jürgen Klopp künftig assistieren. Sie kennen sich aus Liverpooler ZeitenAuch das zeigt: Das Wir-Gefühl ist ab sofort keine Worthülse mehr – es wird wieder gelebt.
Viel Zeit, mit den Spielern bestimmte Dinge einzuüben, bleibt Klopp allerdings vor seiner Länderspiel-Premiere nicht. Am kommenden Dienstag wird es eine Einheit geben, tags darauf steigt schon das Abschlusstraining, bevor es von Nürnberg aus nach Amsterdam geht. Dort steigt am Donnerstag das erste von vier Länderspielen binnen 14 Tagen. Um 20.45 Uhr ertönt der Anpfiff gegen die Niederlande, übertragen wird das Spiel von RTL. Im Anschluss folgen die Partien am 27. September in Augsburg gegen Griechenland (20.45 Uhr/ARD), am 1. Oktober in München gegen Serbien (20.45 Uhr/ZDF) und am 4. Oktober in Thessaloniki gegen Griechenland (20.45 Uhr/RTL). Für die vier Spiele wird Klopp bis zu 30 Spieler in den Kader berufen, um die Belastung der Profis zu steuern. Laut Uefa dürfen im Spieltags-Aufgebot, das bis 23.59 Uhr am Tag davor gemeldet werden muss, nur 23 Spieler stehen.
Im November folgen die letzten Länderspiele des Jahres: Am 13.11. kommt es in Belgrad zum Rückspiel gegen Serbien (20.45 Uhr/RTL), drei Tage später empfängt die Mannschaft von Jürgen Klopp in Berlin die Niederlande (20.45 Uhr/ARD).
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke