Nach der Prügel-Attacke in der Judo-Bundesliga meldete sich nun erstmals der Täter zu Wort. Akaki Japaridze vom Leipziger Judoclub hatte seinen Gegner, den deutschen Olympia-Starter Timo Cavelius vom TSV Abensberg, nach einem Kampf krankenhausreif geschlagen und schwer im Gesicht verletzt. Eine Entschuldigung hält der Georgier aber nicht für angebracht.
„Jegliche Form von körperlicher Aggression ist im Sport inakzeptabel. Ich übernehme die Verantwortung für das Geschehene“, schrieb Japaridze bei Instagram, sieht die Schuld für den schweren Zwischenfall aber bei Cavelius.
„Ich möchte jedoch klarstellen, dass dieser Vorfall nicht auf Emotionen aufgrund einer sportlichen Niederlage zurückzuführen ist. In meiner Karriere gab es neben Siegen auch Niederlagen. Neben Siegen habe ich Niederlagen stets mit Würde hingenommen und eine Niederlage war für mich nie ein Grund, meinem Gegner gegenüber Aggressionen zu zeigen“, erklärt Japaridze.
„Für mich als Georgier inakzeptabel“
Beide Kontrahenten hatten beim 8:6-Sieg der Leipziger zweimal gegeneinander gekämpft. Das erste Duell gewann der für Leipzig kämpfende Georgier, im zweiten siegte Cavelius, der anschließend provokant in Richtung seines Gegners jubelte. Szenen, die Japaridze als ursächlich für seinen Gewaltexzess ansieht: „Der Grund war ein anderer – die verbalen und gestischen Beleidigungen des Gegners, die im Sport und im Rahmen der Sportethik völlig inakzeptabel sind. Zuallererst ist es für mich als Georgier und Mann inakzeptabel.“
Eine Erklärung, die sein Handeln aber nicht rechtfertigen kann. Cavelius wurde direkt nach dem Kampf operiert. Der 29-Jährige erlitt einen Kieferbruch, verlor zwei Zähne und wird aufgrund seiner Verletzungen die Weltmeisterschaften vom 4. bis 11. Oktober in Baku verpassen. „Besonders bitter ist dieser Ausfall für unseren Athleten mit Blick auf die laufende olympische Qualifikation und sein großes Ziel, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren und dort nach Paris seine zweiten Olympischen Spiele zu bestreiten“, teilte der deutsche Judo-Bund (DJB) mit.
Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) und der Georgische Judoverband wurden noch am Tag des Vorfalls über das Geschehen informiert. Die Aufarbeitung gehöre in die dafür vorgesehenen sportrechtlichen und rechtlichen Verfahren und soll sachlich, konsequent und auf Grundlage der vorliegenden Fakten erfolgen, so der DJB. Dem 24-jährigen Japaridze droht eine lebenslange Sperre.
Auch die Polizei ermittelt gegen den Georgier, der sich wieder in seiner Heimat befindet. Ein Polizeisprecher sagte „Bild“: „Der Geschädigte hat Strafantrag gestellt. Wir ermitteln wegen Körperverletzung gegen Akaki Japaridze.“
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