Fußball-Regionalligist SSV Jeddeloh II hat im DFB-Pokal für eine Sensation gesorgt. Der Außenseiter besiegte den Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim im Oldenburger Marschweg-Stadion mit 5:2 (3:1). Die Heidenheimer traten ohne ihren gesperrten Langzeit-Trainer Frank Schmidt an und erlebten eine Blamage.
„Es ist unfassbar. Für die Momente haben wir alle angefangen, Fußball zu spielen“, sagte Jeddelohs Torwart Moritz Onken bei „Sky“. „Ich schätze mal, das wird heute eine lange Nacht.“
Dabei waren die Favoriten dank des Treffers von Yannik Wagner noch in Führung gegangen (12. Minute) – doch schnell nahm das Pokal-Debakel der Heidenheimer seinen Lauf. Nur zwei Minuten später glich Kamer Krasniqi (14.) aus. Ein Eigentor von Jan Schöppner (27.) und ein Traumtor von Haris Hyseni (29.) führten bereits zu einem klaren Pausen-Rückstand.
Zu Beginn der zweiten Hälfte verschoss dann der eingewechselte Budu Zivziwadze einen selbst herausgeholten Foulelfmeter für Heidenheim. Der Zweitligist bemühte sich um den Anschluss, doch mit einem Konter holte auch Jeddeloh II einen Strafstoß heraus: Hyseni erhöhte mit seinem zweiten Treffer (70.) auf 4:1. Tim Janßen ließ die Heidenheimer noch schlechter aussehen (72.). Mikkel Kaufmann (89.) gelang nur noch Ergebniskosmetik.
„Das ist eine Zäsur schon fast. Es ist hochgradig peinlich, wie wir aufgetreten sind“, klagte Kapitän Patrick Mainka bei Sky. „Ich muss traurigerweise sagen, dass diese Niederlage absolut verdient ist“, fuhr der Abwehrspieler fort und haderte insbesondere mit der fehlenden Struktur in der Defensive.
Ungewohnte Situation für beide Trainer
Fünf Tore hatte Heidenheim erst einmal im DFB-Pokal kassiert: gegen den FC Bayern München in der Saison 2018/19. Und fünf Tore in einem Spiel hatte ein Regionalligist letztmals im Jahr 2000 geschossen: der 1. FC Magdeburg beim 5:3 gegen Hoffenheim.
FCH-Coach Schmidt sah aus ungewohnter Position auf der Tribüne, wie sich die eklatante Defensivschwäche seines Teams fortsetzte. In nur drei Pflichtspielen in dieser Saison kassierte der Ostalb-Klub nun zwölf Gegentore. Der 52-jährige Schmidt war wegen einer Gelb-Roten-Karte aus der vergangenen DFB-Pokal-Saison gesperrt und wurde von Co-Trainer Bernhard Raab vertreten.
Auch für Jeddelohs Trainer Kristian Arambasic war der Nachmittag ungewohnt. Zum fünften Mal ist Arambasic im DFB-Pokal dabei – und das mit dem vierten Verein. Erstmals schaffte der 49-Jährige nun den Einzug in die zweite Runde. Zuvor war seine persönliche DFB-Pokal-Bilanz mit 1:27-Toren verheerend.
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