Der große Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg hat seinen ersten Saisonsieg in der zweiten Fußball-Bundesliga gefeiert. Durch ein spätes Elfmetertor von Fabian Reese (87. Minute) gewann der Erstliga-Absteiger das Niedersachsenduell bei Hannover 96 mit 1:0 (0:0).
Der Erfolg vor 49.000 Zuschauern war eher glücklich. Denn bis zu dem einzigen Treffer dieses Spiels war Hannover das aktivere Team mit den deutlich besseren Torchancen gewesen. Die Wolfsburger sorgten dagegen nur für Gefahr, wenn erstligareife Profis wie Muhammed Damar oder Joakim Maehle ihre individuelle Klasse ausspielten. Auch dem Elfmeter ging ein unnötiges Foul an dem früheren HSV-Torjäger Robert Glatzel voraus.
Die ersten Schlagzeilen dieses Nachbarschafts-Duells lieferte Hannover: Den für rund eine Million Euro aus der Schweiz verpflichteten neuen Torwart Pascal Loretz setzte Trainer Christian Titz nach nur einem Spiel auf die Bank. Unter dem lauten Jubel der Fans wurde kurz vor dem Anpfiff die Vertragsverlängerung mit Stürmer Lars Gindorf verkündet.
Großchance für Hannover
Bis zur ersten guten Chance dauerte es dann mehr als 25 Minuten. Wolfsburgs Yannick Gerhardt wurde von Damar freigespielt, scheiterte im Strafraum aber an dem gut reagierenden Loretz-Ersatz Leo Weinkauf.
Auf der anderen Seite machte der Vorjahres-Vierte Hannover aus seiner Überlegenheit zu wenig. Mehrfach fehlte im Angriff die letzte Genauigkeit. Die mit Abstand beste Chance der ersten Halbzeit vergab Maurice Neubauer, als er nach einem schönen Steilpass von Neueinkauf Marcel Hartel völlig frei vor dem Wolfsburger Tor stand. Doch der erst 18-jährige Keeper Jakub Zielinski parierte den Schuss mit nur einer Hand (36.).
Wegen Pyrotechnik im 96-Fanblock wurde das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit kurz unterbrochen. Taktisch wagten beide Trainer mehr. Wolfsburgs Tobias Strobl brachte Glatzel (46.). Titz wechselte mit Benjamin Källman und Benedikt Pichler gleich zwei neue Stürmer ein (61.).
Wolfsburg war nun etwas besser im Spiel, blieb aber harmlos. Die besten Chancen der zweiten Hälfte hatte erneut Hannover durch Jean Hugonet (77.) und Pichler (79.). Der Umgang damit rächte sich am Ende noch.
Überragender Grodowski
Arminia Bielefeld hingegen gewann das erste Heimspiel der Saison. In der Schüco-Arena besiegten die Ostwestfalen den Aufsteiger Energie Cottbus durch drei Treffer von Joel Grodowski mit 3:0 (2:0). Einen weiteren Treffer, der nicht zählte, hatte Grodowski anfangs knapp aus dem Abseits erzielt.
Matchwinner Joel Grodowski (vorn)Bei den Bielefeldern wechselte der neue Trainer Oliver Kirch nach dem 1:2 in Karlsruhe in der Startelf zweimal, bei den Cottbusern Claus-Dieter Wollitz nach dem 3:1 gegen Hannover viermal. Mittelstürmer Erik Engelhardt hatte sich im Training schwer am Knie verletzt und fehlt nun lange. Seine Position übernahm Lucas Copado.
Zwei der neuen Energie-Startspieler waren an den ersten beiden Gegentoren beteiligt. Nach einem Fehlpass von Fousseny Doumbia legte Arminias Henri Koudossou Grodowski das 1:0 auf (26.). Bevor Grodowski das 2:0 (37.) per Heber erzielte, verlor Dominik Pelivan als letzter Mann an ihn den Ball.
In der zweiten Halbzeit erhöhte Cottbus den Druck, kam aber kaum zu Chancen. Bielefelds Benjamin Boakye schoss einen weiteren Ballverlust vom letzten Mann Pelivan am Tor vorbei. Nach einem Foul von Tolcay Cigerci an Isaia Young verwandelte Grodowski den Elfmeter zu seinem dritten Treffer (76.).
Knapper Erfolg für Dresden
Auch Dynamo Dresden fuhr den ersten Saisonsieg ein. Die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm bezwang im eigenen Stadion Darmstadt 98 mit 1:0 (1:0). Jonas Sterner erzielte in einem unterhaltungsarmen Spiel vor 30.849 Zuschauern nach zwölf Minuten das einzige Tor. Darmstadts Kai Klefisch sah in der 71. Minute die Gelb-Rote Karte nach einem Foul an Niklas Hauptmann. Zuvor war er bereits wegen Meckerns verwarnt worden. Die Hessen warten weiter auf den ersten Sieg.
Gästetrainer Florian Kohfeldt hatte überraschend den erst am Freitag verpflichteten Milan Smit in die Startelf beordert. Akzente konnte der Niederländer allerdings kaum setzen. Das lag vornehmlich an den Gastgebern, die die erste Halbzeit über weite Strecken kontrollierten. Allerdings konnten sich die Dresdner kaum Chancen erarbeiten. So war die Führung nach einem feinen Zusammenspiel zwischen Sterner und Vincent Vermeij die einzige nennenswerte Aktion in einem Spiel, das sich vornehmlich zwischen den Strafräumen abspielte.
Nach dem Wechsel häuften sich die Chancen, weil sich die Dresdner nach einer großen Möglichkeit für Ben Bobzien (47.) unverständlicherweise zurückzogen. Darmstadt spielte offensiver, Smit (68.) scheiterte an Dynamo-Keeper Tim Schreiber, im Gegenzug war Marcel Schuhen im Darmstädter Tor Sieger gegen Alexander Rossipal. Der eingewechselte Jakob Lemmer traf nach 87 Minuten den Pfosten.
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