Es ist endlich so weit! Offiziell ist Jürgen Klopp jetzt Bundestrainer, aber schon am vergangenen Montag hat er still und im Geheimen seine Amtszeit eingeläutet.
Klopp in DFB.TV: „Mein offizieller Arbeitsbeginn ist der 15. August, aber inoffiziell haben wir ja schon eine Weile begonnen. WhatsApp-Nachrichten von Freunden habe ich auch schon beantwortet mit ,Bundestrainer Klopp‘. So würde sich ja kein Mensch nennen, das klingt auch sehr unangenehm, aber mit Kumpels fand ich es ganz angemessen.“
Klopp und sein Trainerstab trafen sich am Montag am DFB-Campus in Frankfurt. Das DFB-Teammanagement führte Klopp durch die Räume, zeigte ihm sein Büro, teilte dem Stab unter anderem die Dienstwagen zu. Klopp fährt einen VW Touareg. Zukünftige Abläufe und Pläne wurden besprochen. Mit dabei: Sportdirektor Rudi Völler.
Völler will Mertesacker beim DFB einarbeiten
Völler lud am Abend zum Italiener ein. Im Restaurant „Neuer Haferkasten“ in Neu-Isenburg wurde auf die Mission einer erfolgreichen Europameisterschaft 2028 angestoßen. So lange läuft Völlers Vertrag, der nach seinem Willen sein letzter beim DFB sein soll.
Völler hatte Klopp beim ersten Telefonat versprochen, ihm in allen Bereichen Hilfestellung zu leisten. Er will auch Per Mertesacker einarbeiten, wenn dieser ab Januar 2027 die Position als DFB-Geschäftsführer Sport übernimmt.
Klopp und Völler machen auch die erste wichtige Dienstreise zusammen. Beim Supercup am Samstag in Dortmund zwischen dem BVB und den Bayern sitzen sie gemeinsam auf der Tribüne. Die DFL lädt vor dem Supercup die Klubführung beider Teams zum Essen ein. Diesmal wurden zudem Klopp und Völler eingeladen. Mit den Dortmunder Bossen ist Klopp vertraut. Nun kann er auch etwaige Bayern-Bedenken zerstreuen, dass die Münchner in Zukunft weniger Einfluss bei der Nationalmannschaft durch den Ex-BVB-Trainer haben könnten.
Klopp ist beim Liga-Auftakt im Stadion
Ein weiteres Klopp-Signal Richtung München: Der Bundestrainer wird ebenfalls zum Liga-Auftakt der Bayern gegen den VfB Stuttgart am 28. August in die Allianz Arena kommen.
Die Zeiten, in denen bei der Nationalmannschaft hauptsächlich über WhatsApp kommuniziert wird, gehören der Vergangenheit an. Anders als in der Amtszeit von Vorgänger Julian Nagelsmann (39) will der Bundestrainer zukünftig nicht nur wieder verstärkt in den Stadien präsent sein. Unter Klopp wird es einen intensiveren Austausch mit den Klubs geben.
Jürgen Klopp ist offiziell als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. „Er ist einfach einer, der es versteht, Menschen mitzureißen, Menschen zu begeistern“, sagt BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel.Klopp bei DFB.TV: „Mit manchen bin ich bereits in Kontakt getreten, zum Beispiel habe ich mit einigen Bundesligatrainern Termine vereinbart. Mit Spielern habe ich erstmal keinen Kontakt gehabt. Viele waren bis jetzt in der ganzen Welt unterwegs, zum Beispiel in Asien.“
Und weiter: „Aber wenn ich die Trainer und Vereine besuche, werde ich natürlich auch mit den Spielern vor Ort sprechen.“ Spiele analysiert der neue DFB-Trainerstab bereits mit Scouting-Software „Wyscout“.
Der neue Bundestrainer äußerte sich auch zu seiner Pressekonferenz, auf der er vorgestellt wurde. „Was mir nicht so richtig gefallen hat ist, dass ich die Möglichkeit gegeben habe, diese Medienschelte als Überschrift zu nehmen. Das war mein Fehler. Ich wollte ein paar Dinge klarstellen.“ Am 24. Juli hatte Klopp bei seiner Vorstellung unter anderem gesagt: „Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“
Jetzt hat er konkretisiert, was genau er meinte und warum er es sagte. Klopp: „Ich habe 2024 aufgehört in Liverpool und danach ist die Boulevardpresse auf uns drauf wie die Fliegen auf Honig. Mit allem, was uns zur Verfügung stand, mussten wir uns wehren. Und das wollte ich sagen. Das wird nicht noch mal passieren. Ich bringe meine Familie nicht ein zweites Mal in so eine Situation. Also bitte diszipliniert euch.“
Klopp stellte sich bei allen Nachwuchstrainern vor
Dass Klopp sich nicht nur um die A-Nationalmannschaft kümmern wird, zeigte er mit einem weiteren Antritts-Besuch am Campus am Freitag. Der Bundestrainer stellte sich allen U-Trainern vor, schwor sie ein.
Eine große Hilfe für den neuen Bundestrainer ist Hannes Wolf. Den DFB-Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung hatte Klopp einst zum BVB geholt, jetzt arbeiten sie beim DFB zusammen. „Das Nachwuchskonzept, das Hannes Wolf angegangen ist, ist großartig“, so Klopp in DFB.TV. „Dinge haben über Jahrzehnte sehr gut funktioniert, dann haben wir festgestellt, dass sie nicht mehr funktionieren, und jeder hat sich Veränderung gewünscht. Dann kommt jemand, verändert etwas, und viele sagen: Ja, Veränderung ist gut, aber so nicht. Und nicht in Deutschland. Da muss man beharrlich sein und dranbleiben. Ich glaube zu hundert Prozent an die Art und Weise, mit der das angegangen wird.“
Dieser Text wurde für das Sportkompetenzcenter von Axel Springer (WELT, BILD, SPORTBILD, BILD AM SONNTAG) verfasst und erschien zuerst in BILD.
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