Der von einer Sperre bedrohte Sprinter Owen Ansah hat dank einer imposanten Zielgeraden Gold über 200 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und für den ersten deutschen EM-Titel über diese Distanz seit 44 Jahren gesorgt. Drei Tage nach Bronze über 100 Meter siegte er im Finale mit einer deutschen Bestzeit von 19,95 Sekunden.
Ansah blieb damit unter dem deutschen Rekord von Joshua Hartmann, der 2023 20,02 Sekunden lief. Allerdings blies der Rückenwind zu stark, so dass der erste Sprint eines Deutschen über 200 Meter unter 20 Sekunden nicht als neue Bestmarke gewertet werden kann. Zweiter wurde Zharnel Hughes aus Großbritannien (20,16 Sekunden) vor dem Italiener Fausto Desalu und Titelverteidiger Timothé Mumenthaler aus der Schweiz, die zeitgleich auf die Tausendstel nach 20,26 Sekunden ins Ziel kamen.
„Ich bin mega glücklich, dass ich Gold gewonnen habe. Mein Ziel war es, bis zum Ende durchzuziehen – das ist mir gelungen“, sagte Ansah.
Ob Ansah Gold behalten darf, ist fraglich. Wegen des Vorwurfs, eine Dopingprobe verweigert zu haben, hat die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre gegen ihn vorgeschlagen. Der 25-Jährige lehnt das ab und ist derzeit nicht suspendiert.
Evers holte 1986 letzte deutsche EM-Medaille über 200 Meter
Mit seinem Triumph holte Ansah die erste EM-Medaille eines deutschen Mannes über 200 Meter seit Jürgen Evers, der 1986 in Stuttgart Silber bejubelte. Letzter Europameister war Olaf Prenzler für die DDR vier Jahre zuvor in Athen.
Für Ansah ist die Goldmedaille der größte Erfolg seiner Karriere, allerdings hat er den Titel wegen der drohenden Sperre nur unter Vorbehalt gewonnen. In der Staffel am Samstag über 4x100-Meter ist der Athlet vom Hamburger SV nicht dabei. Der Deutsche Leichtathletik-Verband verzichtet auf einen Einsatz Ansahs, um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren. Diese könnte es geben, sollte der Sprinter gesperrt werden. „Ich habe dieses Jahr hart gearbeitet. Ich bin traurig, dass ich morgen mit den Jungs keine Medaille gewinnen kann“, sagte Ansah.
Diskuswerferin Craft gewinnt Silber
Diskuswerferin Shanice Craft hat nach dreimal Bronze erstmals Silber bei gewonnen. Die 33-Jährige warf 65,72 Meter weit und musste sich nur der europäischen Jahresbesten Jorinde van Klinken geschlagen geben. Die Niederländerin, die am ersten Wettkampftag schon Silber im Kugelstoßen gewann, kam auf eine Weite von 67,67 Metern. Dritte wurde mit 64,61 Metern die Schwedin Vanessa Kamga.
Shanice Craft feiert ihre SilbermedailleAuch für Emil Agyekum gab es Silber. Der 27-Jährige wurde über 400 Meter Hürden Zweiter und musste sich in 47,87 Sekunden nur dem norwegischen Hürden-Star und Weltrekordhalter Karsten Warholm geschlagen geben. Agyekum feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere.
„Das ist einfach die Belohnung für die harte Arbeit, die man die letzten Jahre oder sein ganzes Leben lang schon in diesen Sport reingesteckt hat. Und ich denke, das war erst der Anfang“, sagte Agyekum.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke