Euphorisch und mit einem Lächeln im Gesicht standen die vier deutschen Schwimmer am Rand des Olympiabeckens von Paris. Gerade hatten sie in einem hochspannenden Finale über 4 x200 Meter Freistil um eine EM-Medaille gekämpft und überraschend den Top-Nationen bis zum letzten Meter Paroli geboten. „Wir sind unfassbar stolz“, sagte 400-Meter-Olympiasieger und Weltmeister Lukas Märtens. Stolz auf Bronze und darauf, dass die Staffel den 17 Jahre alten deutschen Rekord gebrochen hatte – aufgestellt bei der WM 2009 in Rom mit Paul Biedermann, der dort auch in Weltrekordzeit den WM-Titel gewonnen hatte.

„Ich kann das gar nicht beschreiben, was wir da heute geschafft haben, was die Jungs gemacht haben“, sagte Märtens, der als Startschwimmer ins Becken gesprungen war. „Ich habe es ja nur auf den Weg gebracht, aber wie wir das beendet haben, wie Cornelius das beendet hat – unbeschreiblich. Dafür, dass er eigentlich nicht die 200 Freistil macht, muss man Angst haben.“

Mit Timo Sorgius als zweitem Schwimmer, Jarno Bäschnitt als drittem und Cornelius Jahn als Schlussmann lieferte Märtens eine Zeit von 7:02,28 Minuten ab. Nur die favorisierten Briten und die Franzosen waren schneller – auf Silber fehlten fünf Hundertstel. Das ist umso erstaunlicher, da außer Märtens bisher keiner der drei anderen international für Aufsehen gesorgt hat.

Die deutschen Frauen brechen 20 Jahre alte Bestmarke

Zuvor waren die deutschen Frauen in der Staffel über 4 x 200 um die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde an Bronze vorbeigeschrammt. Gold ging an Großbritannien vor Ungarn und Russland. Maya Tobehn, die erst 18 Jahre alte Junioren-Europameisterin Linda Roth, Nina Holt und Nicole Maier schwammen in 7:49,14 Minuten allerdings eine neue deutsche Bestmarke.

Der alte Rekord war ebenfalls bei einer EM aufgestellt worden: im Jahr 2006 in Budapest. „Wir können uns nichts vorwerfen“, sagte Maier. „Der vierte Platz ist natürlich immer undankbar, aber der deutsche Rekord zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn wir vielleicht nicht ganz glücklich sind.“

Luca Nik Armbruster auf dem Weg zum deutschen Rekord

Zu Beginn des Abendprogramms in der Olympiahalle hatte Luca Nik Armbruster im Halbfinale über 50 Meter Schmetterling überzeugt. Der 24-Jährige verbesserte seinen eigenen deutschen Rekord um mehr als eine Zehntelsekunde und qualifizierte sich in 22,71 Sekunden für das Finale am Dienstag. Dann springt auch Freiwasser-Europameisterin Isabel Gose ins Becken. Nach Gold im Knockout-Sprint kann sie über die 800 Meter im Becken nachlegen.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke