Hertha BSC ist mit einem Sieg in die neue Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga gestartet. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl gewann das wegen eines Fanbanners unterbrochene Eröffnungsspiel am Freitagabend beim VfL Bochum 1:0 (1:0). Vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion erzielte Sebastian Grönning (39. Minute) den entscheidenden Treffer für die Berliner.
„Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Hertha war ein bisschen griffiger als wir. In der ersten Halbzeit haben wir einen Fehler gemacht, der wurde bestraft“, sagte Bochum-Profi Philipp Hofmann. „Ich wusste vor dem Spiel, dass derjenige bestraft wird, der den ersten Fehler macht.“
Zum Auftakt in die 53. Spielzeit setzte VfL-Trainer Uwe Rösler auf fünf Zugänge, darunter Enis Cokaj und Berkan Taz. Eigengewächs Alessandro Crimaldi kam zudem zu seinem Profidebüt. Auf Berliner Seite beorderte Stefan Leitl Nachwuchskraft Sofuian Gouram in die Startelf, während der bisher einzige Zugang Oluwaseun Adewumi zunächst auf der Bank Platz nahm.
Während es auf dem Rasen in den ersten Minuten an Präzision fehlte, sorgte ein Fanbanner – nicht zum ersten Mal in Bochum, in der Vergangenheit hatten unter anderem bereits Anhänger aus Stuttgart und Mönchengladbach für ähnliche Vorfälle gesorgt – im Berliner Gästeblock für Aufsehen. Weil das Spruchband ein Fluchttor verdeckte, forderte der Stadionsprecher die Fans zweimal zum Abnehmen auf, ehe Schiedsrichter Wolfgang Haslberger die Partie in der 21. Minute unterbrach.
Rund sechs Minuten später, die beide Trainer für Teambesprechungen nutzten und damit an die Trinkpausen bei der WM erinnerten, wurde das Banner eingerollt und die Partie fortgesetzt. Nach Angaben der „Fanszene Hertha BSC“ handelte es sich um einen bewusst herbeigeführten Protest. In einer Stellungnahme kritisierten die Anhänger unter anderem steigende Ticketpreise, verschärfte Einlasskontrollen und den Umgang der Politik mit der Fankultur. Die Verzögerung des Spiels sei als symbolische Protestaktion gegen diese Entwicklungen gedacht gewesen.
Nach Wiederanpfiff kam auch vor den Toren mehr Bewegung ins Spiel: Philipp Hofmanns Kopfball nach einer Flanke von Taz stellte Torwart Marius Gersbeck jedoch vor keine Probleme (30.).
Hertha erzielt erstes Tor der neuen Saison
Auf der Gegenseite schoss Gouram aus der Drehung über das Tor (32.). Kurz darauf fand ein Pass des 20-Jährigen hinter die Bochumer Abwehrkette Grönning, der frei per Lupfer über Neu-Kapitän Timo Horn zum ersten Saisontor traf. Der VfL war um eine direkte Antwort bemüht, doch Taz köpfte nach einer Flanke von Maximilian Wittek aus kurzer Distanz rechts am Tor vorbei.
Nach der Pause entwickelte Hertha in einer chancenarmen Partie zunächst mehr Druck. Doch der Revierklub, der seit zehn Jahren auf einen Auftaktsieg wartet, fand immer besser ins Spiel. Einen gefährlichen Hofmann-Kopfball nach Vorarbeit von Wittek fälschte Niklas Kolbe nur Zentimeter über das Tor ab (57.). Wenig später blockte er mit einer Grätsche einen Abschluss von Taz (64.).
Die Gäste-Hintermannschaft stand weiterhin kompakt und behauptete den knappen Vorsprung. Bei beinahe jeder Gelegenheit am Ball versuchte das Team aus der Hauptstadt Zeit von der Uhr zu nehmen. Der eingewechselte Gerrit Holtmann verzog gegen die tief stehende Berliner knapp links am Tor vorbei (72.), ehe Gersbeck einen Schuss von Wittek sicher parierte (80.). So rettete Hertha den Sieg über die Zeit.
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