Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel geht davon aus, dass Fifa-Chef Gianni Infantino nach den gescheiterten Investorenplänen nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert. Die nächste Wahl findet am 18. März 2027 in Marokkos Hauptstadt Rabat statt, bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen einreichen.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gianni Infantino ohne Gegenkandidaten bleibt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er überhaupt bei der nächsten Wahl antritt“, sagte Grindel in einem Interview des Portals „t-online“.
Der 64-Jährige sprach sich zugleich für einen neuen Generalsekretär aus. Bisher übt Mattias Grafström dieses Amt aus. Der Schwede hatte Infantino gegenüber zuletzt abtrünnig gewirkt, seine interne Mail an alle Fifa-Mitarbeiter („traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“, „Aufruhr“) ließ tief blicken, bei einer Sitzung in Rabat/Marokko sicherte er Infantino nun aber seinen Rückhalt zu. „Bei Herrn Grafström erwarte ich nicht, dass er irgendetwas tut, was den ethischen Regeln des Fußballs entspricht“, sagte Grindel.
Zur Sitzung an sich meinte er: „Das ist alles albern. Es war wieder ein typischer Schachzug von Infantino. Er bauscht eine Mitarbeitersitzung zur Krisensitzung auf, die völlig ohne sportpolitische Bedeutung ist.“
Der Präsident und sein Adlatus: Infantino und Generalsekretär GrafströmVertrauensverhältnis zu Infantino arg zerrüttet, skizziert Grindel
Das entscheidende Gremium sei jetzt das Council des Weltverbandes, dem Grindel einst selbst angehörte. Dort müsse alles rund um die inzwischen wieder fallen gelassene Gründung einer Tochtergesellschaft und mögliche wirtschaftliche Verabredungen aufgearbeitet werden.
„Außerdem muss deutlich werden, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Infantino und den großen Kontinentalverbänden derart gelitten hat, dass man sich nicht vorstellen kann, wie eine Zusammenarbeit in Zukunft aussehen soll“, sagte Grindel.
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa ihrem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben.Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete war bis April 2019 knapp drei Jahre lang Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Er trat zurück, nachdem unter anderem bekannt geworden war, dass er eine 6000 Euro teure Uhr vom damaligen ukrainischen Verbandschef erhalten hatte.
Infantino kann sich unterdessen weiterhin der Unterstützung aus Afrika sicher sein. Das Exekutivkomitee des afrikanischen Fußball-Dachverbandes CAF begrüßte einstimmig die Erklärung von Infantino und Grafström. Dies teilte die afrikanische Föderation auf der Plattform X mit. Auch der südamerikanische Verband schlug sich noch einmal auf die Seite des Fifa-Bosses und warnte „vor einem Putschversuch“.
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