US-Präsident Donald Trump verspottete seine Konkurrenten bei einem Golfturnier, nachdem er seinen Sieg bei der Klubmeisterschaft der Senioren und Supersenioren auf seinem Golfplatz in Bedminster (New Jersey) verkündet hatte.
Auf seiner Plattform „Truth Social“ schrieb Trump anschließend unter ein Video von ihm beim Golfen: „Der Siegerschlag bei der Bedminster Club Championship! Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben. Ich habe mit 70 Schlägen gewonnen, was mich sehr ehrt.“
Dann hob er in typischer Manier hervor, wie diese Vorstellung einzuordnen sei: „Anders als alle anderen auf dem Platz habe ich nur sehr wenig Zeit zum Trainieren, weil ich mich auf so viele andere Dinge konzentriere.“ Trumps Fazit in Großbuchstaben: „Das nennt man TALENT. Ich habe es, und sie nicht!“
Tatsächlich ist eine 70er-Runde auf dem schwierigen Par-72-Platz, der schon die US Open der Frauen beherbergte, eine ziemlich beeindruckende, für einen 80-jährigen Amateur sogar eine wirklich außerordentliche Leistung. Diese mündete nach eigenen Angaben in Trumps 43. Klubmeisterschaft.
„Commander in Cheat“
Was zu den Vorwürfen führt, die seine golferischen Errungenschaften begleiten. Im Jahr 2016 antwortete etwa Schauspieler Samuel L. Jackson nach gemeinsamen Runden auf die Frage, wer von beiden der bessere Golfer sei: „Sicherlich ich, denn ich schummle nicht.“ So habe Trump einen Ball für alle sichtbar ins Wasser geschlagen, sein Caddie diesen dann aber auf trockenem Land gefunden.
Das könnte ungefähr so abgelaufen sein wie in diesem Video, das vor rund einem Jahr im schottischen Turnberry aufgenommen wurde:
Der Sportjournalist Rick Reilly schrieb 2019 sogar ein Buch über Trumps Verhalten auf dem Golfplatz mit dem Titel „Commander in Cheat“ (deutsch: „Chef im Schummeln“). Dafür habe er mit mehr als hundert Caddies, Mitspielern und Klubangestellten gesprochen.
Demnach habe Trump sich mehrfach zum Klubmeister erklärt, ohne an einer Klubmeisterschaft teilgenommen zu haben. Er fahre ein getuntes Golfcart, um stets vor den anderen Spielern am Ball zu sein. In einem Klub sei er von den Caddies auf den Namen Pelé getauft worden, weil er den Ball so oft mit dem Fuß spiele. Und ein Mitspieler berichtete, Trump habe sich auf einer Runde sieben Mulligans gegönnt – einen misslungenen Schlag also ohne Strafe einfach wiederholt.
Dass Trump das alles bestreitet und den Golfschwung von Samuel L. Jackson ganz furchtbar findet, muss hier eigentlich nicht weiter erwähnt werden.
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