Esther Henseleit hat den ersten Major-Titel ihrer Karriere denkbar knapp verpasst. Die 27-jährige Deutsche musste sich bei den Women's British Open im Royal Lytham & St. Annes der Japanerin Shiho Kuwaki im zweiten Loch des Stechens geschlagen geben und verpasste die große Sensation.
Dass die deutsche Golfspielerin überhaupt noch die Chance dazu hatte, verdankte sie einem Wunderschlag. Sie musste einen Putt aus zwölf Metern zum Birdie lochen, um mit Kuwaki ins Stechen zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt auf der LPGA Tour bei gut fünf Prozent. Henseleit nutzte die kleine Chance unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer. Die Nummer 43 der Weltrangliste schloss ihre Schlussrunde mit einer 70 ab und zog mit insgesamt fünf Schlägen unter Par mit Kuwaki gleich.
Im ersten Extraloch war die Deutsche dann klar auf Siegkurs. Kuwaki musste nach einem missglückten Abschlag vor dem Grün ablegen, rettete jedoch mit einem starken Annäherungsschlag das Par. Henseleit vergab ihrerseits einen Birdie-Putt aus etwa 4,5 Metern, der den Titel bedeutet hätte.
Prallte der Ball von einem Zuschauer ab?
Am zweiten Play-off-Loch geriet Henseleit dann selbst in Schwierigkeiten. Ihr Abschlag war zu weit rechts und landete unter einem Ginsterbusch. TV-Bilder legen nahe, dass der Ball von einem Zuschauer im rechten Winkel an die Stelle geprallt war und ohne den Kontakt bei weitem nicht so schlecht gelegen hätte.
Henseleit kämpfte sich mit zwei starken Schlägen zurück und erspielte sich noch eine Par-Chance, doch der Putt lief deutlich links am Loch vorbei. Kuwaki machte ihr Par sicher und holte den ersten Major-Titel ihrer Karriere mit einem Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar.
„Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mir heute die Chance auf den Sieg erarbeitet habe. Am zweiten Play-off-Loch hatte ich etwas Pech“, sagte Henseleit: „Ich habe alles gegeben, aber heute sollte es einfach nicht sein.“ Ein schöner Trost dürfte der dickste Scheck ihrer Karriere sein, für den zweiten Platz gab es 994.000 Dollar.
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