Der Koloss aus den Niederlanden konnte einem relativ schnell leidtun. Dirk van Duijvenbode hatte ein wirklich starkes Darts-Major-Turnier gespielt und war als ungesetzter Teilnehmer bis ins Halbfinale vorgedrungen. Er hatte die Weltklassespieler Chris Dobey, Michael van Gerwen sowie Gary Anderson eliminiert und stand nun erstmals im Halbfinale des World Matchplays, dem ältesten (seit 1994) und neben der Weltmeisterschaft wichtigsten Turnier der PDC.

Doch da traf van Duijvenbode auf einen Gegner, der im Moment nicht zu bezwingen ist. Und so wurde er im Empress Ballroom des Winter Gardens von Blackpool der nächste arme Teufel, der von Luke Littler versohlt wurde. 5:17 wurde er vom Engländer abgefertigt, zu keinem Zeitpunkt des Matches hatte van Duijvenbode auch nur den Hauch einer Chance.

Dirk van Duijvenbode (r.) nahm es am Ende locker, so chancenlos war er

Der ohnehin über dem Rest der Weltelite schwebende Littler setzt in diesen Tagen noch einmal neue Maßstäbe der Dominanz. Die ersten beiden Gegner konnten sich noch zur Wehr setzen. Der Deutsche Nico Springer verlor 6:10, Nathan Aspinall kam auf ein 8:11. Dann folgen ein 16:7 gegen Josh Rock und der noch klarere Sieg gegen van Duijvenbode. Ergebnisse, die eines klar aufzeigen: Je länger ein Spiel dauert, desto chancenloser die Gegner.

Geht es nur bis sechs Legs, wie beispielsweise auf der European Tour, ist Littler ab und zu besiegbar. Auf lange Distanzen aber setzt sich die Klasse des 19-jährigen Engländers durch. Und zwar immer. Mit dem Finaleinzug baute er seine Serie auf 28 Siege in Folge in Matches aus, in denen mindestens 20 Legs gespielt wurden. Seine letzte Niederlage in einem solch langen Spiel kassierte er im WM-Finale 2024 gegen Luke Humphries.

Nur Phil Taylor war 2010 mal besser

Längst bewegt sich Littler auch statistisch auf dem Niveau des einstigen Überspielers Phil Taylor. Er spielte in Blackpool in allen vier Matches einen Average von über 109 Punkten. Gegen Aspinall eröffnete er das Match mit einem Neun-Darter und erzielte in einem begeisternden Schlagabtausch einen Average von 113,68 Zählern. Nur Taylor war 2010 in einem Match mit 114,99 Punkten mal besser. „Das war unglaublich“, sagte Littler: „Das war das beste Spiel, das Nathan und ich jemals gegeneinander gespielt haben.“

Im Finale geht es für Littler nun gegen Gerwyn Price. Littler freut sich auf das Duell gegen den stets emotionalen ehemaligen Rugbyspieler: „Er und ich liefern uns immer großartige Spiele. Gerwyn wird versuchen, mich in einen Kampf der Emotionen und Gesten hineinzuziehen.“

Ein Erfolg des Walisers in dem Best-of-35-Match käme einer Sensation gleich. Auch, weil Littler gegen den Weltmeister von 2021 die vergangenen neun Spiele in Serie gewinnen konnte. Los geht es gegen 21.00 Uhr deutscher Zeit, DAZN überträgt das Match live.

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