Der Tiger schlägt am Donnerstag wieder bei den Open Championships ab. Allerdings nicht Golf-Legende Tiger Woods (50), sondern Deutschlands Talent Tiger Christensen (22). Der Hamburger spielt eigentlich auf der HotelPlanner Tour, der zweiten Liga des europäischen Profigolfs. Doch beim Final Qualifying im englischen West Lancashire sicherte er sich mit seinem letzten Putt den Startplatz für das traditionsreichste Major. Das Turnier findet bis Sonntag im Royal Birkdale nahe Liverpool statt.
Für Christensen ist es bereits der zweite Start bei den Open. 2023 qualifizierte er sich sensationell als Amateur, verpasste damals aber mit neun Schlägen über Par den Cut. Jetzt ist sein Ziel klar: „Ich will bei den Open auf jeden Fall den Cut schaffen.“
Seit 2024 ist Christensen Profi, mit seinem Start aber noch nicht zufrieden: „Man will ja immer, dass es so schnell wie möglich geht.“ Sein bisher bestes Saisonergebnis gelang ihm zuletzt mit Rang 15 beim einzigen deutschen Turnier der HotelPlanner Tour im Golfclub Wittelsbach.
Warum es in Europa bislang nicht besser läuft, erklärt er selbst: „Im College in den USA haben wir vor allem schwierige und lange Plätze gespielt, die der PGA Tour sehr ähnlich sind.“ Europas Kurse sind dagegen oft kürzer. Das kurze Spiel spielt eine deutlich kleinere Rolle. „Ich spiele gefühlt dieselben Scores wie auf einem schwierigen Platz – und damit verpasst man hier meistens den Cut.“ Sein Fazit: „Ich muss mehr all-in gehen.“
Bester Freund an der Tasche
Dazu kommt: Als Amateur hatte Christensen immer ein ganzes Team um sich, neben den Trainern hatte er auch stets Mitspieler an seiner Seite: „Das ist ein riesiger Unterschied. Man pusht sich gegenseitig und trainiert zusammen. Im Profibereich ist man meistens allein.“
Deshalb traf Christensen vor der Saison eine wichtige Entscheidung: Statt eines Profi-Caddies begleitet ihn nun sein bester Freund Felix Vässler, der für ein Jahr sein Zahnmedizinstudium pausiert hat und auch Golfer ist: „Wir trainieren außerhalb der Turniere zusammen und gehen auch mal zusammen essen. Das ist viel entspannter.“
Trotz des schwierigen Starts bleibt Christensen gelassen: „Ich hatte schon immer langsame Starts – im College und auch im Nationalteam.“ Deshalb ist er überzeugt: „Ich bleibe dran, bis es klappt. Deshalb stört es mich nicht, wenn es jetzt langsamer geht, dafür aber später besser läuft.“ Die Open sollen jetzt ein Anfang sein.
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