Brisante Enthüllungen zum deutschen WM-Aus, dem ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann und seiner Mannschaft während des Turniers. Der „Spiegel“ hat einen ausführlichen Rückblick auf das Ausscheiden der DFB-Elf bei der WM im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) geworfen. Dafür habe das Magazin mit Insidern gesprochen, um die Probleme und Schwierigkeiten innerhalb des Teams ans Licht bringen.
Generell sei in der Mannschaft jeder zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen – egal ob Nagelsmann, Star-Torwart Manuel Neuer oder die jungen Topspieler um Florian Wirtz und Jamal Musiala. Der Insider sagt im „Spiegel“: „Man merkt, dass aus manchen Talenten Ich-AGs mit tausend Ablenkungen von außen gemacht werden. Da gerät das Spiel an sich aus dem Fokus.“ Eine weitere Quelle ergänzt: „Es gab zu viele Ego-Shooter.“
Der ehemalige Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich, wie weithin bekannt, mit seinen Aussagen zu Stürmer Deniz Undav nach dem 2:1 gegen Ghana im März ein Eigentor geschossen. Undav erzielte damals das Siegtor, Nagelsmann kritisierte ihn dennoch. Dieses Thema beschäftigte die Nation während des ganzen Turniers, da der Coach den Stuttgarter Angreifer trotz seiner Tore in den ersten drei WM-Spielen nicht für die Startelf nominierte.
Nagelsmann sei entscheidungsschwach
Im „Spiegel“ wird Nagelsmann zudem insbesondere „Harmoniebedürftigkeit“ als Schwäche vorgeworfen. Deshalb habe er auch häufig unterschiedliche Spieler eingewechselt und sich schwer damit getan, Profis abzusagen. Die Stars hätten bemängelt, dass sie teilweise Nagelsmann selbst kontaktiert hätten, um Informationen zu bekommen.
Der Trainer selbst sei hingegen dadurch aufgefallen, Spieler hinzuhalten, zu ignorieren oder ihnen mehr zu versprechen, als er halten konnte. Dabei habe auch die Rückkehr Neuers nicht geholfen – eigentlich war lange Oliver Baumann als Nummer eins für die WM vorgesehen. Einige Akteure sollen zudem Probleme mit Nagelsmanns Spielsystem gehabt haben.
DFB-Kapitän Joshua Kimmich spielt in der Nationalmannschaft aktuell als Rechtsverteidiger. Verschenktes Potenzial – so sieht es zumindest Jens Lehmann. „Er ist super im Mittelfeld, spielt seine Pässe, die wahrscheinlich ihresgleichen suchen weltweit“, sagt der WELT-WM-Experte.Kapitän Joshua Kimmich ist weithin für seinen Ehrgeiz bekannt. Den Insidern des Spiegels zufolge soll das einigen Mitspielern allerdings etwas zu viel gewesen sein. Einige Teamkollegen seien von Kimmichs ständigen Ambitionen genervt gewesen. Dazu zitiert der Spiegel eine Quelle, die über Kimmich sagt: „Er verlangt nichts, was er selbst nicht einhält. Aber manchmal ist er einen Tick drüber, sodass manche abwinken.“
Goretzka sei schlecht gelaunt gewesen
Leon Goretzka soll, nachdem er zum WM-Start gegen Curaçao (7:1) nur auf der Bank gesessen hatte, seine schlechte Laune offen präsentiert haben. Zudem habe er sich von seinen Mitspielern distanziert. Teamkollegen hätten deshalb wohl sogar mit ihm gesprochen.
Stürmer Nick Woltemade wäre aufgrund seiner schwachen Leistungen im Verein für Newcastle offenbar beinahe nicht für die WM nominiert worden. Dabei hatte er in der Qualifikation für das Turnier noch vier Tore erzielt und eine Vorlage in sechs Spielen gegeben. Aber er kam in der Rückrunde der Saison 2025/2026 nur auf ein Tor in der Premier League. Das lag auch daran, dass er häufiger im Mittelfeld spielte.
Der „Spiegel“ schreibt, dass an Woltemades Stelle beinahe Nicolo Tresoldi vom FC Brügge nominiert worden wäre. Der ehemalige Hannoveraner erzielte in der vergangenen Saison 23 Tore in 58 Pflichtspielen, blühte vor allem zum Ende der Saison auf und überzeugte auch in der deutschen U21-Auswahl mit sechs Treffern in sieben EM-Qualifikations-Partien.
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