Muss er plötzlich doch um seine Macht zittern? Kommendes Jahr endet die dritte und laut Fifa-Statuten letzte Amtszeit von Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Doch weil seine erste Amtsperiode nach dem Rücktritt von Sepp Blatter nur drei statt der üblichen vier Jahre dauerte, sieht der 56-Jährige darin keine vollständige Amtszeit und will sich erneut zur Wiederwahl stellen. Der Schock für den Chef des Fußball-Weltverbandes: Anders als bei den Wahlen 2019 und 2023 könnte es dieses Mal einen Gegenkandidaten zu Infantino geben.
Innerhalb der Uefa-Mitgliedsverbände sollen zunehmend Stimmen laut werden, bei der nächsten Wahl des Fifa-Präsidenten einen Gegenkandidaten zu unterstützen. Das berichtet Ben Jacobs von „talkSPORT“.
Hintergrund: Vor allem seit dem WM-Skandal um die aufgehobene Sperre nach einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun sind die Fronten zwischen der Uefa und Infantino verhärtet.
Aleksander Čeferin, Präsident des europäischen Fußball-Verbandes UefaDoch wer würde sich überhaupt trauen, gegen Infantino anzutreten? Uefa-Präsident Aleksander Čeferin gilt als der am besten qualifizierte Bewerber. Aber: Laut „talkSPORT“ beabsichtigt er offenbar, Vorsitzender des europäischen Verbandes zu bleiben und trotz wiederholter Meinungsverschiedenheiten mit Infantino nicht direkt gegen ihn anzutreten.
Hat Nasser Al-Khelaifi Ambitionen in Sachen Fifa?
Neben Čeferin würde wohl Nasser Al-Khelaifi, Präsident von Paris St. Germain, die meiste Unterstützung in Europa bekommen. So sollen mehrere Uefa-Mitgliedsverbände – darunter Belgien und Polen – angekündigt haben, eine Kandidatur von Al-Khelaifi bei der nächsten Fifa-Wahl zu unterstützen. Auch er hat dem Bericht zufolge derzeit keine Ambitionen auf das Amt des Fifa-Präsidenten.
Nasser Al-Khelaifi ist Präsident von Paris St. GermainDem Bericht zufolge sollen mehrere europäische Nationalverbände erwägen, Dariusz Mioduski zu unterstützen. Er ist Besitzer des polnischen Spitzenklubs Legia Warschau und Vorstandsmitglied der European Club Association (ECA).
Außerhalb der Uefa gilt auch CONCACAF-Präsident Victor Montagliani als möglicher Infantino-Nachfolger. Personen aus seinem Umfeld betonen aber, dass sein aktueller Fokus auf der Wiederwahl zum Präsidenten der CONCACAF liege.
Bei allen Bestrebungen der Uefa, einen Gegenkandidaten für Infantino aufzustellen, könnte es schwierig werden, außerhalb von Europa Unterstützung für einen anderen Kandidaten zu finden. Viele Verbände aus Südamerika, Asien und Afrika haben ihm bereits ihre Unterstützung zugesagt.
Fakt ist aber: So einfach wie bei den vergangenen Wahlen dürfte es diesmal nicht für den Schweizer werden.
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