Der norwegische Radprofi Anders Halland Johannessen hat die Berichterstattung zum Hotel von Rad-Star Tadej Pogacar für eine eigene Kritik an einer Unterkunft während der Tour de France genutzt. Im Hotel des slowenischen Superstars hatte es trotz brütender Hitze keine Klimaanlage gegeben.
Der 26-jährige Johannessen schrieb auf der Plattform X: „Könnte schlimmer sein, das ist unseres“ und schwenkte mit seiner Handykamera in die Ecke des Zimmers. Auf dem Video sind Spinnenweben und Schmutz zu erkennen. Am Ende des Clips ist der Profi des Teams Uno-X Mobility mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zu sehen. Wo im Zentralmassiv sich das Hotel befindet, ist nicht bekannt.
Kurzerhand wurden die Teamkollegen des bei der Tour kurzzeitig im Gelben Trikot fahrenden und mittlerweile verletzt ausgeschiedenen Torstein Traeen erfinderisch. Ein weiteres Video auf der Plattform Instagram zeigte, wie sie ihre Betten auf dem Hotelbalkon platziert haben und die Nacht im Freien verbringen.
Dazu erklärte Johannessen: „Das Innere des Hotels: fragwürdig.“ Außen sei es sehr schön. Er schrieb nach der Nacht: „Schlaf 7/7 würde ich weiterempfehlen.“
Die Hotels für die Mannschaften werden von der Tour-Organisation ASO ausgewählt. Pogacar hat zuletzt eine Nacht in einem alten Hotel verbracht, das keine Klimaanlage hat. Allerdings sei das Problem durch eigens mitgebrachte mobile Klimaanlagen und spezielle Bettauflagen für die Radprofis gelöst worden. Die Mannschaft um Pogacar und den deutschen Profi Nils Politt nutzt Unterlagen, die laut Website des Herstellers durch einen Wasserkreislauf die Liegefläche kühlen oder aufheizen können.
In der Mitte Frankreichs grassiert eine Hitzewelle. Teilweise werden im Zentralmassiv an die 40 Grad erreicht. Am Sonntag wurde bei der 113. Frankreich-Rundfahrt zum ersten Mal in der Tour-Historie eine Etappe wegen der Hitze verkürzt.
Tour de France bei 10. Etappe mit interessanter Gebirgsshow im Zentralmassiv
Pogacar, der aktuelle Tour-Gesamtführende, äußerte sich zuletzt häufiger zur Hitze. In der Debatte um den Umgang der Tour-Organisatoren mit den heftigen Bedingungen äußerte der Slowene eine Idee. „Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Juli und August nicht an heißen Orten fahren“, sagte er nach der neunten Etappe, wie mehrere Medien berichteten. „Ich würde einen völlig anderen Kalender aufstellen, aber das liegt nicht in meiner Macht.“
Nach dem ersten Ruhetag bei der diesjährigen Tour de France am Montag erwartet die Radprofis am französischen Nationalfeiertag ein anspruchsvolles Auf und Ab in der Mitte Frankreichs. Auf den 166,6 Kilometern zwischen Aurillac und dem Skigebiet Le Lioran stehen an diesem Dienstag sieben kategorisierte Anstiege auf dem Programm, darunter zwei der ersten Kategorie. 3.800 Höhenmeter warten auf die Rennfahrer.
Die Fans erwartet eine interessante Gebirgsshow im Zentralmassiv. Vor zwei Jahren lieferten sich die Stars Pogacar und Jonas Vingegaard ein spannendes Duell. Der Däne siegte damals mit einem hauchdünnen Vorsprung vor dem Slowenen. Allerdings gewann Pogacar die Tour später. Aktuell steht er mit einem Vorsprung von 2:42 Minuten vor dem Dänen.
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