Beförderung für einen deutschen Olympiasieger. Skispringer Philipp Raimund holte im Februar bei den Spielen in Cortina d’Ampezzo völlig überraschend Gold von der Normalschanze – sein erster Sieg der Karriere überhaupt.

Jetzt gab es die nächste Auszeichnung: Der Sportsoldat (Feldjäger in Sonthofen/Allgäu) hat nach einem sechswöchigen Lehrgang in Hannover den Feldwebelgrad erlangt. Raimunds größte Herausforderung dabei: „Sicherlich das Lernen für die schriftlichen Prüfungen. Da meine Schulzeit schon sieben Jahre her ist und ich ja nicht studiere, muss man schon wieder etwas reinkommen ins Lernen.“

Der Skisprung-Star weiter: „Beim Feldwebellehrgang hatten wir Theorieunterricht, wie beispielsweise über die soldatische Ordnung oder das Befehlsrecht, hinzu kamen Waffenausbildungen an der P8 und dem G36 inklusive einer dreitägigen Schießausbildung. Am Ende mussten wir drei schriftliche Prüfungen bestehen. Letztlich habe ich es geschafft und wurde zum Feldwebel befördert.“

Training an der Waffe: Der Olympiasieger mit einem Sturmgewehr G36

Die Beförderung erfolgte übrigens in der Luft in einem Airbus A400M, einem militärischen Transportflugzeug. „Das war schon etwas Besonderes“, sagt Raimund. In der Luft fühlt sich der Gold-Held einfach am wohlsten. Wer denkt, ein Olympiasieger bekommt eine Sonderbehandlung, täuscht sich: „Einen Gold-Bonus gibt es bei der Bundeswehr nicht. Hier wird jeder gleich und mit Respekt behandelt – und das ist auch richtig so.“

Im Ernstfall muss Raimund Ski gegen Waffe tauschen

Für Raimund ist die Bundeswehr wichtiger Unterstützer seiner Karriere: „Ohne sie an meiner Seite hätte ich es im Spitzensport wahrscheinlich nicht so weit geschafft. Die Absicherung durch die Sportfördergruppe gibt einem Sportler ein sicheres Standbein, auf dem man stehen und sich auf seinen Sport fokussieren kann. Ich habe bei der Bundeswehr sehr viel gelernt und mitgenommen, von der Kameradschaft bis zur Disziplin. Das hat mir viel gegeben und mich positiv geformt. Somit hat die Bundeswehr auch einen großen Anteil an meinem Olympiasieg.“

Spaß bei der Arbeit: Raimund mit anderen Soldaten

Wie für jeden Bundeswehr-Sportler gilt: Im Verteidigungsfall müssen die Ski gegen die Waffe getauscht werden. Ein Thema, das auch Raimund beschäftigt. „Wir leben aktuell in einer unruhigen Zeit. Ich hoffe, dass wir diesen Fall nie erleben müssen“, sagt der Feldwebel.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild am Sonntag“ veröffentlicht.

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