Wird Manuel Neuer bei der Fußball-WM das deutsche Tor hüten? Diese Frage schwebte über dem letzten Bundesliga-Spieltag – und auch über dem Auftritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF-„Sportstudio“ am Samstagabend. Wie Sky berichtete, soll die Entscheidung bereits gefallen sein. Demnach will Nagelsmann den Keeper des FC Bayern zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Nummer eins zur WM zurückholen, sollte bei Neuer keine Verletzung mehr dazwischen kommen.
Nagelsmann wollte den Bericht des TV-Senders im ZDF nicht bestätigen. „Ist er dabei oder ist er nicht dabei?“, fragte Moderator Jochen Breyer. Die ausweichende Antwort von Nagelsmann: „Ich bin tatsächlich super überrascht (ironisch gemeint, d. Red.), dass die Frage jetzt kommt. Ich halte an meiner Eingangsthese fest, dass ich das Gespräch mit dem Spieler zuerst suche, mit allen. Ganz unabhängig, wie er heißt. Es wird immer zuerst der Spieler kontaktiert. Das hat noch nicht stattgefunden.“ Zum Sky-Bericht sagte Nagelsmann: „Die haben es mal rausposaunt und dann gucken sie, was passiert.“
Nach dem 5:1 gegen den 1. FC Köln hatte Neuer selbst am Nachmittag ein Comeback anders als zuvor nicht mehr ausgeschlossen. „Für mich ist das heute kein Thema“, hatte der Kapitän der Münchner nach dem letzten Bundesliga-Spiel der Saison bei Sky gesagt. „Ich bin da total entspannt. Es ist so, dass wir heute die Meisterschaft feiern. Ich habe in der nächsten Woche ein ganz wichtiges Spiel mit dem DFB-Pokal-Finale.“
Neuer als auch Nagelsmann hatten eine Rückkehr ins Nationalteam eigentlich über Monate ausgeschlossen. Anfang der Woche mehrten sich mit mehreren Medienberichten aber plötzlich die Anzeichen, dass Neuer doch zurückkehren würde.
Es war unter anderem berichtet worden, dass der 40-Jährige auf der vorläufigen 55 Spieler umfassenden Kaderliste stehe, die Nagelsmann bei der Fifa einreichen musste. Der Bundestrainer wollte das nicht bestätigen. „Die Liste wird nicht veröffentlicht, deswegen kommentiere ich es nicht. Was ich dazu sagen kann, ist, dass da sehr, sehr viele Spieler draufstehen, weil es eben 55 sind“, sagte Nagelsmann. Am 21. Mai wird der 38-Jährige seinen endgültigen WM-Kader bekanntgeben.
Auch beim Bundestrainer war zwischen den Zeilen herauszulesen, dass ein Comeback nicht mehr ausgeschlossen ist. Genaueres gab aber nicht. „Sie dürfen interpretieren, was Sie wollen“, sagte Nagelsmann darauf angesprochen, dass er Neuers Rückkehr anders als zuvor nicht dementierte.
Während Nagelsmann sprach, feierte Neuer mit seinem Verein auf einer internen Feier die Meisterschaft. Der Torwart kam dabei verspätet, weil er sich nach „Bild“-Informationen zuvor einer MRT unterziehen musste.
Im letzten Bundesliga-Spiel der Saison war Neuer nach einer Stunde für seinen Ersatzmann Jonas Urbig ausgewechselt worden. Dies sei auch mit Blick auf das DFB-Pokal-Finale am kommenden Samstag gegen den VfB Stuttgart in Berlin geschehen, sagte der Routinier. „Ich habe etwas gemerkt in der Wade, deshalb wollte ich kein Risiko eingehen, auch wegen nächster Woche. Deshalb habe ich lieber gesagt, dass ich was spüre.“ Nach dem Bericht der „Bild“ soll das Ergebnis der MRT entscheidend sein, ob dem WM-Auftritt etwas im Weg steht. Ersten Erkenntnissen zufolge sei die Verletzung aber nicht schwerwiegend.
Neuers Rückkehr wäre Worst Case für Oliver Baumann
Am Freitag hatte Neuer seinen Vertrag beim FC Bayern um ein Jahr bis zum Sommer 2027 verlängert. Von der WM 2010 bis zur EM 2024 war er bei allen großen Turnieren die Nummer eins im deutschen Tor. Nach dem Heimturnier vor zwei Jahren trat er zurück. Mit 124 Länderspielen ist er Deutschlands Rekordkeeper. Sein größter Erfolg war der Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.
Am Samstagnachmittag feierte Neuer noch die Meister-Party mit dem FC BayernFür den Hoffenheimer Torwart Oliver Baumann wäre die Rückkehr Neuers als Nummer eins das Worts-Case-Szenario. Baumann war ein sicherer Rückhalt während der gesamten WM-Qualifikation im zweiten Halbjahr 2025.
„Ich gehe sehr selbstbewusst in die Vorbereitung und dann in die WM. Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Punkt“, hatte Baumann noch am Nachmittag nach dem 0:4 von Hoffenheim bei Borussia Mönchengladbach bei Sky gesagt. „Ich habe meine Infos“, sagte er. In der ARD-„Sportschau“ ergänzte Baumann, dass es sein Stand sei, dass er immer noch die Nummer eins in der Nationalmannschaft sei.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke